Die Aktie der Deutschen Pfandbriefbank zeigt Leben. Nach monatelangem Verkaufsdruck gelang dem Papier am Mittwoch der Sprung über die 100-Tage-Linie. Der gleitende Durchschnitt bei 3,52 Euro wurde mit einem Kurs von zeitweise 3,68 Euro nachhaltig überschritten.
Seit dem Jahrestief bei 2,76 Euro Mitte März legte die Aktie rund 34 Prozent zu. Der Schlusskurs von 3,67 Euro am Donnerstag bestätigt die jüngste Erholung. Trotzdem bleibt die Bilanz auf Jahressicht negativ: Das Minus beträgt rund zwölf Prozent, auf zwölf Monate sogar 36 Prozent.
Technische Bremsen
Der Abstand zur 200-Tage-Linie bei aktuell 4,08 Euro hat sich zwar verringert. Sie bleibt jedoch der nächste große Widerstand. 36 Prozent trennen den Kurs vom 52-Wochen-Hoch bei 5,75 Euro. Das Tempo der Erholung hat zudem einen Nebeneffekt: Der RSI liegt bei 70,1 – die Aktie gilt als technisch überkauft. Eine kurzfristige Konsolidierung ist wahrscheinlich, bevor es Richtung 4-Euro-Marke gehen kann.
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Neue Regeln für den Aufsichtsrat
Parallel zur Kursbewegung veröffentlichte die Bank die neue Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat. Sie gilt seit dem 22. Mai und betont die Pflicht des Gremiums, Strategien und Risiken ausreichend zu erörtern. Nach den Belastungen im gewerblichen Immobilienmarkt und den Problemen im US-Portfolio ein wichtiges Signal. Der neue Aufsichtsratsvorsitzende will das Vertrauen in die Governance-Strukturen zurückgewinnen.
Die Marktkapitalisierung liegt bei rund 490 Millionen Euro. Damit bleibt die Pfandbriefbank ein kleinerer Wert im SDAX. Die nächsten Wochen werden zeigen, ob sich die operative Stabilisierung im Neugeschäft in nachhaltig steigende Ergebnisse übersetzt. Nur so lässt sich die Unterbewertung gegenüber dem Buchwert abbauen – und der Angriff auf die 4-Euro-Marke gewinnen an Substanz.
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