Starke operative Zahlen, Rekorde bei MagentaTV und trotzdem ein schwacher Aktienkurs. Bei der Deutschen Telekom klaffen Realität und Börsenstimmung aktuell weit auseinander. Die Papiere notieren bei 26,11 Euro. Damit bewegen sie sich gefährlich nahe am jüngsten 52-Wochen-Tief von 25,71 Euro.
Zinsen belasten den Kurs
Der Grund für die Talfahrt liegt im makroökonomischen Umfeld. Hohe Anleiherenditen und steigende Zinserwartungen drücken auf die Stimmung. Für das kapitalintensive Geschäftsmodell der Telekom bedeutet das Margendruck. Die Folge: ein empfindlicher Kursrutsch. Auf Monatssicht verlor die Aktie gut elf Prozent an Wert. Gemessen am Jahreshoch fehlt sogar fast ein Viertel.
Dabei liefert der Bonner Konzern operativ ab. Im ersten Quartal stieg der Umsatz organisch um knapp fünf Prozent auf 29,9 Milliarden Euro. Das bereinigte Betriebsergebnis kletterte auf 11,5 Milliarden Euro.
Der Vorstand hob daraufhin die Jahresziele an. Für 2026 erwartet das Management nun ein operatives Ergebnis von rund 47,5 Milliarden Euro. Der freie Cashflow soll die Marke von 19,8 Milliarden Euro übertreffen.
Rekorde bei MagentaTV
Ein weiterer Treiber ist die laufende Fußball-Weltmeisterschaft. Die bisherige Bilanz fällt für den Rechteinhaber äußerst positiv aus. MagentaTV verzeichnet die erfolgreichste Woche seiner Geschichte. Mehr als 36 Millionen Fans verfolgten die Gruppenspiele auf den Plattformen der Telekom.
Bei den Abo-Abschlüssen meldet das Unternehmen ein Allzeithoch. Die Verkaufszahlen haben sich im Vergleich zur Europameisterschaft 2024 mehr als verdoppelt. Die Telekom zeigt als einziger Anbieter alle 104 Turnierspiele live.
Blick auf die Bewertung
Aus fundamentaler Sicht wirkt die Aktie günstig. Das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis für 2026 liegt bei 13,1. Damit notiert das Papier deutlich unter dem historischen Zehnjahresdurchschnitt.
Charttechnisch spitzt sich die Lage zu. Ein technischer Indikator signalisiert bereits eine überverkaufte Situation. Die wichtige Unterstützungszone rund um die 26-Euro-Marke steht massiv unter Druck.
Am 6. August präsentiert der Vorstand die Ergebnisse für das zweite Quartal. Dann rückt der freie Cashflow in den Fokus. Ein starker Geldfluss könnte den aktuellen Abwärtstrend der Aktie endgültig brechen.
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