Die Deutsche Telekom rutscht auf den tiefsten Stand seit einem Jahr. Mit einem Minus von gut drei Prozent auf 25,90 Euro markierte das Papier am Montag ein neues 52-Wochen-Tief bei 25,81 Euro — und das charttechnische Bild hat sich damit deutlich verschlechtert.

Wichtige Unterstützung gebrochen

Der Kursrutsch kam nicht ohne Vorwarnung. Bereits am Freitag hatte ein technisches Handelssystem ein Verkaufssignal ausgelöst. Heute bestätigte hohes Handelsvolumen dieses Signal.

Die entscheidende Marke lag bei 26,32 Euro. Dort hatten Marktteilnehmer eine Bodenbildung erwartet. Mit dem Fall darunter ist diese Hoffnung vorerst hinfällig. Vom 52-Wochen-Hoch bei 34,35 Euro, das Ende Februar erreicht wurde, trennen die Aktie nun fast 25 Prozent. Der Kurs notiert rund acht Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt und gut zehn Prozent unter dem 200-Tage-Durchschnitt.

Sektorvergleich fällt eindeutig aus

Das Marktumfeld belastet — aber nicht alle gleich. Analysten nennen zwei Faktoren: die Nachwirkungen des jüngsten großen Verfallstags an den Terminbörsen sowie erwartete Portfolioumschichtungen großer US-Pensionsfonds zum Quartalsende.

Letzteres trifft Schwergewichte wie den DAX-Konzern besonders. Der Vergleich mit der Peer-Group macht das deutlich. Verizon verlor am Montag lediglich 0,11 Prozent, AT&T 0,62 Prozent, Orange 0,85 Prozent. Einzig Telefónica kam mit einem Minus von gut zwei Prozent annähernd an die Schwäche der Deutschen Telekom heran.

RSI signalisiert überverkauften Bereich

Trotz der technischen Schwäche gibt es ein Signal, das Beachtung verdient. Der RSI auf 14-Tage-Basis liegt bei 27,7 — damit im klassisch überverkauften Bereich unter 30. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit für eine kurzfristige Gegenbewegung.

Fundamental bleibt das Bild gemischt. Das Ergebnis je Aktie lag im ersten Quartal bei 0,42 Euro — deutlich unter dem Vorjahreswert von 0,58 Euro. Das durchschnittliche Analysten-Kursziel liegt mit 38,61 Euro weit über dem aktuellen Kurs, spiegelt aber die Stimmung am Markt gerade kaum wider.

Am 6. August legt die Deutsche Telekom ihre Zahlen für das zweite Quartal vor. Bis dahin richtet sich der Blick auf die 26-Euro-Marke: Hält sie nicht, rückt die 25-Euro-Zone als nächste Orientierung ins Bild.