Die Deutsche Telekom hat am heutigen Samstag den Beginn der Bauarbeiten für den Glasfaserausbau in Tutzing und Seeshaupt bestätigt. Bereits gestern hatte der Konzern den Abschluss technischer Maßnahmen zur Beseitigung von Funklöchern im oberschwäbischen Buchau vermeldet, dazu die Erweiterung der Mobilfunkkapazitäten in Fulda, der Vulkaneifel und im Kreis Höxter.

Der Infrastrukturausbau läuft damit auf mehreren Ebenen gleichzeitig weiter – ein Signal dafür, dass der Konzern operativ Tempo aufnimmt, während im Hintergrund die Zahlen des zweiten Quartals nachwirken.

Diese Zahlen hatte die Telekom am Donnerstag vergangener Woche vorgelegt. Der Konzernumsatz stieg organisch um 4 Prozent auf rund 29,9 Milliarden Euro, das bereinigte EBITDA AL wuchs um 7,5 Prozent auf 11,8 Milliarden Euro.

Der ausgewiesene Konzernüberschuss ging dagegen um 6 Prozent auf 2,5 Milliarden Euro zurück – belastet vor allem durch Integrationskosten im Zusammenhang mit der Übernahme von UScellular durch die US-Tochter T-Mobile US. Das Management begründete den Rückgang beim ausgewiesenen Gewinn explizit mit diesen Sondereffekten, während das operative Geschäft in Umsatz und EBITDA klar zulegte.

Prognose angehoben, Rückkaufprogramm bereits im Markt eingepreist

Parallel zu den Quartalszahlen hatte der Konzern seine Prognose für den Free Cashflow AL für das laufende Geschäftsjahr auf rund 20 Milliarden Euro angehoben, zuvor war von mehr als 19,8 Milliarden Euro die Rede gewesen. Getragen wird die höhere Zielmarke von einer angehobenen Guidance der US-Tochter T-Mobile US.

Die bereits am vergangenen Montag beschlossene Aufstockung des laufenden Aktienrückkaufprogramms um 3 Milliarden auf insgesamt 5 Milliarden Euro hat den Kurs seither um 1,7 Prozent steigen lassen – ein Effekt, der im aktuellen Kursbild bereits verarbeitet ist.

Auf der Konsumentenseite lieferte die Sparte MagentaTV einen weiteren Wachstumsimpuls: Rund eine Million Neukunden kamen im Berichtsquartal hinzu, begünstigt durch die exklusive Berichterstattung zur Fußball-Weltmeisterschaft 2026.

Analysten bewerten Bewertung und Risiken unterschiedlich

Die US-Bank JPMorgan bekräftigte am 6. August ihre Einstufung „Overweight“ mit einem Kursziel von 38 Euro und verwies darauf, dass der Nettogewinn inklusive T-Mobile US die Markterwartungen um 6 Prozent übertroffen habe.

Am 10. August senkte Barclays das Kursziel von 36 auf 35 Euro, beließ die Einstufung „Overweight“ aber unverändert. Analyst Mathieu Robilliard sieht im Aktienrückkauf eine deutliche Untermauerung der Unterbewertung, verwies zugleich aber auf strukturelle Unsicherheiten im Konzern.

Kursniveau spiegelt gemischtes Bild

Die Aktie schloss am Freitag bei 28,69 Euro, ein Plus von 0,7 Prozent. Über die vergangenen 30 Tage steht ein Zuwachs von 8,3 Prozent zu Buche, während der Kurs auf Sicht von sieben Tagen um 1,1 Prozent nachgab.

Zum 52-Wochen-Hoch von 34,35 Euro, erreicht Ende Februar, fehlen der Aktie derzeit 16 Prozent – ein Abstand, der zeigt, dass trotz der jüngsten operativen Fortschritte und des laufenden Rückkaufprogramms noch Luft nach oben besteht, sofern sich die Integrationskosten in den kommenden Quartalen normalisieren.