Die Deutsche Telekom treibt ihre Expansion im polnischen Glasfasermarkt voran. Am Sonntag bestätigte der Konzern, dass die geplante Übernahme der Anbieter Fiberhost und Inea von Macquarie Asset Management für rund 1,0 Mrd. Euro auf Kurs bleibt.
Ziel ist es, die Tochtergesellschaft T-Mobile Polska zu einem integrierten Vollanbieter auszubauen, der sowohl Mobilfunk als auch Festnetz- und Glasfaseranschlüsse aus einer Hand liefert. Bereits am 17. August hatten sich Telekom und Macquarie auf die Details der Transaktion geeinigt; der Abschluss wird nach wettbewerbsrechtlicher Prüfung für Ende des Jahres erwartet.
Strategischer Schritt in einem wachsenden Markt
Für die Telekom ist der Zukauf mehr als eine reine Infrastrukturinvestition. Polen zählt zu den europäischen Märkten mit hohem Ausbaupotenzial bei Glasfaseranschlüssen, und mit der Kombination aus bestehendem Mobilfunkgeschäft und den neu erworbenen Netzen positioniert sich T-Mobile Polska breiter gegenüber lokalen Wettbewerbern.
Die Transaktion reiht sich damit in die Wachstumsstrategie des Konzerns außerhalb des US-Geschäfts ein, das traditionell den größten Ergebnisbeitrag liefert.
Parallel dazu meldete die US-Tochter T-Mobile US im ersten Halbjahr einen Stellenabbau von 4.671 Positionen im Zuge von Modernisierungs- und Optimierungsmaßnahmen, wie Medienberichten zufolge bekannt wurde.
Solche Effizienzprogramme sind in der Regel Vorboten für eine straffere Kostenbasis, die sich langfristig auf die Profitabilität der US-Sparte auswirken kann – ein Aspekt, der für Anleger angesichts der Bedeutung des US-Geschäfts für den Gesamtkonzern relevant bleibt.
Solide Geschäftsentwicklung als Hintergrund
Die Expansionspläne fallen in eine Phase, in der der Konzern operativ zulegt. Im zweiten Quartal erzielte die Deutsche Telekom einen Umsatz von 29,93 Mrd. Euro, ein Plus von 4,4 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Das Gewinn je Aktie lag mit 0,51 Euro leicht unter dem Vorjahreswert von 0,54 Euro. Zugleich hob der Konzern seine Jahresprognose für den freien Cashflow an, was zusätzlichen finanziellen Spielraum für Zukäufe wie die polnische Transaktion signalisiert.
An der Börse zeigt sich das Papier zuletzt stabil bis leicht schwächer: Mit 29,09 Euro notiert die Aktie heute nahezu unverändert, nachdem sie gestern bei 29,14 Euro geschlossen hatte.
Über die vergangenen 30 Tage hat der Kurs um 8,1 Prozent zugelegt, bleibt aber weiterhin rund 15 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 34,35 Euro. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von 4,7 Prozent zu Buche.
Ausblick auf kommende Termine
Anleger richten den Blick nun auf weitere Ereignisse im Kalender: Anfang September plant die Telekom die Fachmesse „Digital X“ in Köln, die sich schwerpunktmäßig mit künstlicher Intelligenz beschäftigen soll.
Am 5. November folgen dann die Zahlen zum dritten Quartal, die zeigen dürften, ob sich die operative Dynamik aus dem zweiten Quartal fortsetzt – und ob die Integration der polnischen Glasfasernetze bereits erste Effekte auf die Konzernzahlen zeigt.
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