Die Deutsche Telekom hat Mitte August die Glasfaseranbieter Fiberhost und Inea von Macquarie Asset Management übernommen. Der Kaufpreis liegt laut Reuters bei rund einer Milliarde Euro.
Die Transaktion soll vor allem die polnische Tochter T-Mobile Polska stärken, die sich von einem überwiegend auf Mobilfunk ausgerichteten Anbieter zu einem voll integrierten Telekommunikationsunternehmen wandeln soll. Künftig könnte T-Mobile Polska damit Mobilfunk- und Festnetzdienste aus einer Hand anbieten.
Der Deal steht noch unter dem Vorbehalt der üblichen wettbewerbsrechtlichen Genehmigungen in Polen. Macquarie Asset Management rechnet mit einem Abschluss Ende 2026. Für die Telekom ist der Schritt ein weiterer Baustein in der europäischen Wachstumsstrategie abseits des margenstarken US-Geschäfts, das zuletzt wegen der Diskussion um eine mögliche Fusion mit T-Mobile US in den Fokus aktivistischer Investoren geraten ist.
Solide Zahlen als Fundament
Operativ liefert der Konzern weiterhin robuste Werte. Im zweiten Quartal 2026 stieg der Netto-Umsatz auf 29,9 Milliarden Euro, organisch ein Plus von 3,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Das bereinigte EBITDA AL legte organisch um 7,3 Prozent auf 11,8 Milliarden Euro zu.
Auf dieser Basis hob das Management die Prognose für den freien Cashflow AL für das laufende Jahr von mehr als 19,8 Milliarden Euro auf rund 20,0 Milliarden Euro an.
Parallel dazu stockte der Vorstand Anfang August das laufende Aktienrückkaufprogramm um bis zu drei Milliarden Euro bis Jahresende auf. Bis zum 5. August waren bereits rund 1,2 Milliarden Euro investiert und etwa 42,1 Millionen Aktien vom Markt genommen worden. Die Aufstockung kann zwischen dem 10. August und dem 22. Dezember in einer oder mehreren Tranchen umgesetzt werden.
Sicherheitsfrage belastet das Netzimage
Neben den strategischen und finanziellen Themen beschäftigt ein technisches Problem das Unternehmen. Mehr als 70 Testanrufe zeigten, dass in Telekom-Netzen teilweise IMEI-Nummern sowie Geräte- und Betriebssystemdaten übermittelt wurden.
Die genaue Ursache der möglichen Datenoffenlegung ist noch nicht abschließend geklärt, VoLTE-Konfigurationen gelten als ein möglicher Faktor. Bereits im August hat die Telekom Änderungen im Netz vorgenommen, damit entsprechende Metadaten vor der Weitergabe an der Netzgrenze entfernt werden.
Kursbild bleibt angespannt
Die Aktie schloss am Freitag bei 28,36 Euro und büßte damit binnen eines Tages 1,9 Prozent ein. Über die vergangenen zwölf Monate steht ein Minus von 11 Prozent zu Buche, seit Jahresbeginn liegt das Papier mit 2,1 Prozent knapp im Plus. Vom 52-Wochen-Hoch bei 34,35 Euro, das Ende Februar erreicht wurde, trennen den Titel derzeit 17 Prozent.
Erst gestern hatte bekannt geworden, dass der aktivistische Investor Elliott eine beträchtliche Beteiligung an der Telekom aufgebaut hat und eine Fusion mit T-Mobile US verhindern will. Vor diesem Hintergrund gewinnt die operative Substanz aus Quartalszahlen, Rückkaufprogramm und den Zukäufen in Polen an Bedeutung – sie liefert dem Konzern Argumente für den Fall, dass sich Elliotts Forderung nach alternativer Kapitalverwendung durchsetzt.
Anleger richten den Blick nun auf den Investorentag am 5. Oktober, bei dem die Telekom ihre Strategie rund um Künstliche Intelligenz vorstellen will, sowie auf die Zahlen zum dritten Quartal, die für den 5. November angekündigt sind. Beide Termine dürften zeigen, wie das Management operative Stärke und die Forderungen des aktivistischen Investors miteinander in Einklang bringen will.
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