Die Deutsche Telekom sucht den direkten Draht zur jungen Zielgruppe. Am Donnerstag startete das Unternehmen die internationale Marketing-Kampagne „NOT A PASSENGER“ in acht europäischen Ländern. Sie richtet sich gezielt an die Generation Z und dreht sich um das Thema digitale Selbstbestimmung.

Fokus auf junge Zielgruppe und neue Technologiefelder

Die Kampagne reiht sich in eine Reihe von Initiativen, mit denen der Konzern seine Positionierung über das klassische Telekommunikationsgeschäft hinaus schärft.

Bereits Anfang August war die Deutsche Telekom dem Netzwerk „SphereNet“ als Validator-Partner beigetreten, um die Infrastruktur für ein KI-basiertes Zahlungssystem zu unterstützen. Der Schritt zeigt, dass der Konzern sein Engagement in zukunftsträchtigen Technologiefeldern ausbaut, ohne das Kerngeschäft zu vernachlässigen.

Im September folgt ein weiterer Auftritt in der Öffentlichkeit: Am 8. September richtet die Deutsche Telekom in Köln die Fachmesse „Digital X“ aus, die in diesem Jahr einen Schwerpunkt auf künstliche Intelligenz legt. Für Anleger ist das ein Signal, dass der Konzern sein Profil als Treiber digitaler Transformation weiter festigen will – ein Thema, das auch bei institutionellen Investoren zunehmend Gewicht bekommt.

Blick auf die US-Tochter

Auch bei der US-Tochtergesellschaft T-Mobile US gab es zuletzt Bewegung. Das Analysehaus Bernstein Research stufte die Aktie am 18. August auf „Neutral“ ein. Die US-Sparte bleibt für den Konzern der größte Werttreiber und steht daher regelmäßig im Fokus der Analysten.

Kursverlauf bleibt stabil

An der Börse zeigt sich das Papier der Deutschen Telekom zuletzt robust. Am Montag schloss die Aktie bei 29,14 Euro, ein Plus von 0,8 Prozent gegenüber dem Vortag. Auf Sicht von 30 Tagen steht ein Zuwachs von 8,2 Prozent zu Buche, seit Jahresbeginn liegt das Papier 4,9 Prozent im Plus.

Zum 52-Wochen-Hoch von 34,35 Euro, erreicht Ende Februar, fehlen der Aktie derzeit 15 Prozent – Spielraum, den viele Marktbeobachter angesichts der laufenden Aktivitäten des Konzerns als aufholbar einschätzen.

Der seit dem 10. August laufende Aktienrückkauf, über den das Unternehmen in den vergangenen Wochen mehrfach berichtete, hat die Kursentwicklung zusätzlich gestützt. Seither hat die Aktie um rund 1,7 Prozent zugelegt.

Für Anleger bleibt die Kombination aus operativer Diversifizierung – von der Jugendkampagne über KI-Infrastruktur bis zur eigenen Digitalmesse – und der laufenden Kapitalrückführung ein Argument, das die Bewertung stützt, auch wenn der Konzern auf Zwölf-Monats-Sicht mit einem Kursrückgang von 7,2 Prozent noch nicht wieder an alte Höchststände herangekommen ist.