Deutsche Telekom weitet ihr Festnetzgeschäft in Polen deutlich aus. Der Konzern vereinbarte mit Macquarie Asset Management den Erwerb sämtlicher Anteile an den Glasfaseranbietern Fiberhost und Inea, wie Reuters berichtete.
Der Kaufpreis liegt bei rund einer Milliarde Euro, laut Macquarie soll die Transaktion finanziell bis Ende des Jahres abgeschlossen sein. Reuters und weitere Fachmedien ordneten den Schritt als klare Stärkung des Festnetzgeschäfts von T-Mobile Polska ein.
Der Zukauf reiht sich in eine Serie positiver Unternehmensnachrichten der vergangenen Wochen ein. Bereits Anfang August hatte Deutsche Telekom nach der Vorlage der Halbjahreszahlen die Jahresprognose für den Free Cash Flow angehoben und gleichzeitig das laufende Aktienrückkaufprogramm für das Jahr 2026 um bis zu drei Milliarden Euro aufgestockt. Diese Kombination aus operativer Zuversicht und Kapitalrückführung bildet den Hintergrund, vor dem nun auch die Polen-Akquisition zu lesen ist.
Rückkaufprogramm läuft auf Hochtouren
Parallel zur Expansion treibt Deutsche Telekom den eigenen Aktienrückkauf voran. Laut der zweiten Zwischenmitteilung erwarb der Konzern zwischen dem 17. und 21. August rund 1,54 Millionen eigene Aktien. In der vorangegangenen Woche, zwischen dem 10. und 14. August, waren es gemäß der ersten Zwischenmitteilung bereits rund 1,6 Millionen Stück.
Seit Programmstart am 10. August summierten sich die Käufe damit auf gut 3,1 Millionen Aktien. Für Anleger signalisiert dieses Tempo, dass der Konzern trotz der milliardenschweren Zukäufe an der Kapitalrückführung festhält – ein Kontrapunkt zu Sorgen über eine Überdehnung der Finanzkraft.
Auch operativ meldet Deutsche Telekom Fortschritte beim Netzausbau. In Rastatt können nach einer Unternehmensmitteilung nun rund 8.800 Haushalte und Unternehmen an das Glasfasernetz angeschlossen werden. Medienberichten zufolge verzeichnete der Konzern zudem einen Rekordmonat beim Glasfaserausbau, konkrete Zahlen dazu blieben in den Berichten jedoch offen.
Kepler Cheuvreux wird vorsichtiger
Nicht alle Stimmen sind ungeteilt positiv. Kepler Cheuvreux stufte die Aktie am Freitag von Buy auf Hold zurück und senkte das Kursziel, begründet mit schwächeren Markttrends im zweiten Halbjahr. Die Herabstufung fällt in eine Phase, in der der Kurs bereits unter Druck stand: Auf Sicht von zwölf Monaten steht ein Minus von 9,0 Prozent zu Buche, und vom 52-Wochen-Hoch bei 34,35 Euro trennen die Aktie derzeit 17 Prozent.
Kurzfristig zeigt sich das Bild robuster. Am Freitag schloss die Aktie bei 28,55 Euro und legte damit um 1,8 Prozent zu. Auf Monatssicht steht ein Plus von 4,1 Prozent, seit Jahresbeginn liegt der Kurs 2,7 Prozent im Plus. Die jüngste Erholung fällt zeitlich mit den positiven Unternehmensmeldungen zu Prognose, Rückkaufprogramm und Polen-Deal zusammen – ein Zusammenhang, den auch die Herabstufung von Kepler Cheuvreux bislang nicht umgekehrt hat.
Für Anleger bleibt damit ein zweigeteiltes Bild: Operativ und strategisch liefert Deutsche Telekom mit dem Polen-Zukauf, der angehobenen Prognose und dem laufenden Rückkauf klare positive Signale. Gleichzeitig mahnt die frische Skepsis eines Analystenhauses zur Vorsicht, was die Wachstumsaussichten im zweiten Halbjahr angeht.
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