Die Deutsche Telekom übernimmt die polnischen Glasfaseranbieter Fiberhost und Inea von Macquarie Asset Management. Der Konzern zahlt rund eine Milliarde Euro für die beiden Gesellschaften, wie Reuters am Montag berichtete. Ziel des Zukaufs ist es, die Tochter T-Mobile Polska zu einem voll integrierten Telekommunikationsanbieter auszubauen, der Mobilfunk und Festnetz aus einer Hand anbietet.
Wettbewerbsprüfung steht noch aus
Der Abschluss der Transaktion steht unter dem Vorbehalt der üblichen polnischen Wettbewerbsfreigaben. Macquarie Asset Management rechnet mit einem Abschluss des Verkaufs Ende 2026. Für die Deutsche Telekom bedeutet die Übernahme einen strategischen Schritt in einem Markt, in dem T-Mobile Polska bislang vor allem als Mobilfunkanbieter positioniert war.
Mit eigener Glasfaser-Infrastruktur könnte die Tochtergesellschaft künftig Festnetz- und Mobilfunkkunden gleichermaßen bedienen und sich damit breiter gegen lokale Wettbewerber aufstellen.
Der Zukauf reiht sich in eine Phase ein, in der der Bonner Konzern seine Kapitalallokation neu ausrichtet. Erst vor gut einer Woche hatte die Deutsche Telekom im Rahmen ihres laufenden Aktienrückkaufprogramms binnen weniger Handelstage mehr als 1,6 Millionen eigene Aktien erworben – ein Programm, das der Konzern nach den Halbjahreszahlen von bis zu zwei auf bis zu fünf Milliarden Euro aufgestockt hatte. Die Übernahme der polnischen Glasfasergesellschaften zeigt, dass parallel zu den Rückkäufen auch strategisches Wachstum finanziert wird.
Kurs zeigt sich robust
An der Börse kam die Nachricht bislang ohne größere Ausschläge an. Die Aktie schloss am Freitag bei 28,87 Euro, ein Plus von 0,4 Prozent gegenüber dem Vortag. Über die vergangenen 30 Tage summierte sich der Kursgewinn auf 6,2 Prozent – ein Hinweis darauf, dass Anleger die Kombination aus Kapitalrückführung und gezieltem Zukauf positiv bewerten.
Belastend wirkte zuletzt vor allem die schwache Stimmung im europäischen Telekomsektor insgesamt, in dem Reuters zufolge Deutsche Telekom und Vodafone Anfang August zu den größten Verlierern zählten.
Die Milliarden-Investition in Polen fällt zeitlich mit einer Phase zusammen, in der der Konzern seine Free-Cash-Flow-Prognose für das laufende Geschäftsjahr angehoben hat. Damit verfügt die Deutsche Telekom über finanziellen Spielraum, um Zukäufe wie den in Polen zu stemmen, ohne die laufenden Aktienrückkäufe zu gefährden.
Für T-Mobile Polska dürfte die Integration von Fiberhost und Inea nach Abschluss der Wettbewerbsprüfung der entscheidende Schritt sein, um im polnischen Telekommunikationsmarkt als Vollanbieter aufzutreten und gegenüber etablierten Kabelnetzbetreibern aufzuholen.
Deutsche Telekom-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Deutsche Telekom-Analyse vom 23. August liefert die Antwort:
Die neusten Deutsche Telekom-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Deutsche Telekom-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 23. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Deutsche Telekom: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

