Die Deutsche Telekom hat die Übernahme zweier polnischer Infrastrukturanbieter offiziell bestätigt. Der Konzern kauft den Glasfaser-Netzbetreiber Fiberhost sowie den Breitband- und TV-Anbieter Inea von Macquarie Asset Management. Die Unternehmensbewertung liegt bei rund 1,0 Milliarden Euro.

Mit dem Deal baut der Bonner Konzern seine Position im mittelosteuropäischen Glasfasermarkt aus. Polen gilt als einer der Wachstumsmärkte für Breitbandinfrastruktur in der Region, in dem der Ausbau bislang stark fragmentiert verlief. Fiberhost und Inea bringen der Telekom sowohl das Glasfasernetz als auch ein bestehendes TV- und Breitbandkundengeschäft ein.

Rückkäufe und Prognose als Hintergrund

Der Zukauf fällt in eine Phase, in der der Konzern operativ auf Kurs bleibt. Vor rund zwei Wochen hatte das Management im Zuge der Quartalsvorlage die Prognose für das laufende Geschäftsjahr bestätigt: Das EBITDA AL soll um 6,3 Prozent auf 47,5 Milliarden Euro wachsen.

Der Aktienkurs bewegte sich seither kaum, ein Minus von rund 1,0 Prozent. Auch das laufende Aktienrückkaufprogramm 2026 läuft nach Unternehmensangaben planmäßig weiter und untermauert die Kapitaldisziplin, mit der die Telekom parallel zu Zukäufen wie dem Polen-Geschäft operiert.

Im zweiten Quartal war der Konzernumsatz um 4,4 Prozent auf 29,93 Milliarden Euro gestiegen, während der Gewinn je Aktie mit 0,51 Euro leicht unter dem Vorjahreswert von 0,54 Euro lag. Diese Zahlen bilden den finanziellen Rahmen, vor dem der Polen-Deal zu bewerten ist: Die Übernahme wirkt angesichts der Konzerngröße überschaubar, passt aber strategisch zur europäischen Infrastrukturstrategie.

Kursbild bleibt stabil

Am Kapitalmarkt zeigte sich die Aktie zuletzt robust. Am Freitag schloss das Papier bei 28,87 Euro, ein Plus von 0,4 Prozent auf Tagesbasis. Auf Monatssicht steht ein Zuwachs von 6,2 Prozent zu Buche, seit Jahresbeginn liegt die Aktie mit 3,9 Prozent im Plus. Zum 52-Wochen-Hoch von 34,35 Euro, erreicht Ende Februar, fehlen dem Titel derzeit 16 Prozent.

Belastend wirkt weiterhin die Entwicklung der US-Tochter T-Mobile US. Die Aktie war zuvor mit Spekulationen um eine mögliche Übernahme durch SpaceX konfrontiert, nachdem Kooperationsanfragen der großen US-Carrier abgelehnt worden waren – bislang ein reines Gerücht ohne Bestätigung.

Zusätzlich hatte Wolfe Research das Rating für T-Mobile US Mitte August von „Outperform“ auf „Peer Perform“ gesenkt und dabei den steigenden Wettbewerbsdruck durch AT&T und Verizon sowie Investitionsrisiken in 6G und Breitband angeführt.

Auf der operativen Ebene hatte die US-Tochter zuvor ihr 800-MHz-Spektrum-Portfolio für 2,9 Milliarden US-Dollar in bar an Grain Management verkauft und im Gegenzug dessen komplette 600-MHz-Spektren erhalten – ein Tausch, der die Frequenzausstattung für den künftigen Netzausbau neu ordnet.

Der nächste wichtige Termin für Anleger ist die Vorlage der Quartalsergebnisse zum dritten Quartal am 5. November. Bis dahin dürfte der Polen-Zukauf zeigen, wie konsequent der Konzern seine europäische Infrastrukturstrategie neben dem US-Geschäft vorantreibt.