Deutsches Konsumklima verharrt im November auf Tiefstand

Steigende Preise und schwache Einkommensaussichten dämpfen die Kauflaune, obwohl Verbraucher die Konjunktur positiver einschätzen.

KI-generiertes Symbolbild
Symbolbild, KI-generiert
Kurz & knapp:
  • Konsumklima fällt auf minus 30,8 Punkte
  • Inflation erreicht im September 3,3 Prozent
  • Anschaffungsneigung sinkt auf 11,9 Zähler
  • Konjunkturerwartung steigt zum sechsten Mal

Die Aussichten für die deutsche Gesamtwirtschaft hellen sich allmählich auf, an den Ladenkassen kommt davon jedoch nichts an. Für den November signalisiert das Konsumklima einen leichten Rückgang um 0,2 Zähler auf minus 30,8 Punkte. Wachsende Inflationssorgen und gedämpfte Einkommensaussichten halten die privaten Haushalte weiterhin im Griff.

Damit verfehlt die Stimmung das Vorjahresniveau deutlich. Damals lag der Wert noch bei rund minus 23 Punkten. Die Erwartungen der Analysten für den kommenden Monat lagen zwischen minus 30,3 und minus 30,8 Punkten.

Teuerung belastet das Budget

Verantwortlich für die Kaufzurückhaltung ist vor allem der jüngste Preisschub. Im September stieg die Inflationsrate infolge anziehender Kraftstoffpreise auf 3,3 Prozent. Das war der höchste gemessene Stand seit Dezember 2023.

Selbst die erneute Einführung eines Tankrabatts konnte die Stimmung der Bürger nicht nachhaltig heben. Zwar trübten sich die Einkommenserwartungen nach dem Einbruch des Vormonats nur noch minimal ein. Mit minus 15,7 Punkten verharren sie allerdings auf einem sehr gedrückten Niveau.

Die Bereitschaft zu größeren Konsumausgaben leidet entsprechend. Der Indikator für die Anschaffungsneigung verlor erneut an Boden und rutschte auf 11,9 Zähler ab.

Zunehmender Konjunkturoptimismus verpufft

Indes zeigt sich bei der Einschätzung der Gesamtlage ein gänzlich anderes Bild. Die Konjunkturerwartung der Verbraucher verbesserte sich zum sechsten Mal in Folge. Mit einem Anstieg auf 2,1 Punkte kletterte das Barometer erstmals seit Ausbruch des Irankriegs wieder über die neutrale Nulllinie.

Parallel dazu ging die Sparneigung um 4,3 Zähler auf 17,2 Punkte zurück. Mehr Geld fließt deshalb aber nicht in den Handel: Das Budget der Haushalte wird schlicht von den laufenden Lebenshaltungskosten aufgezehrt.

Solange der Preisauftrieb die realen Einkommensspielräume der Bürger beschneidet, bleibt der private Konsum als Konjunkturstütze für die deutsche Wirtschaft aus. Erst eine spürbare Entlastung an den Tankstellen und Supermarktkassen dürfte daran etwas ändern.

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Felix Baarz arbeitet seit 2016 als Wirtschaftsjournalist und gehört zur Redaktion der YES Investmedia GmbH.Unter seinem Namen erscheinen auf Trading-Treff seit März 2025 Beiträge zu Aktien, Trading und Indizes sowie zu wirtschaftlichen Rahmenthemen. Schwerpunkte sind Rohstoffwerte sowie KI- und Technologiewerte.Quellen dieses Ressorts: Unternehmensmitteilungen und Pflichtveröffentlichungen, Geschäftsberichte und Quartalszahlen, Kurs- und Handelsdaten der Börsenplätze sowie Meldungen der Nachrichtenagenturen. Bei Index- und Trading-Themen zusätzlich die Zusammensetzung und Anpassungen der Indexanbieter sowie Terminmarktdaten; bei Technologie- und KI-Werten Produktankündigungen und Geschäftszahlen der Unternehmen.Einordnung: Analystenurteile und Kursziele erscheinen als Aussage der jeweiligen Häuser, nicht als Bewertung der Redaktion. Kurs- und Unternehmensangaben geben den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder.