Sechs Tage. So viel Zeit bleibt Diginex noch, um eine 1,5-Milliarden-Dollar-Übernahme abzuschließen — oder erneut zu verschieben. Der 30. Juni ist der nächste „Long Stop Date“ für den Resulticks-Deal. Und der Druck auf das Londoner RegTech-Unternehmen wächst von mehreren Seiten gleichzeitig.

Gründer setzt eigenes Geld ein

Chairman Miles Pelham hält demonstrativ an der Aktie fest. Seit dem Börsengang hat er rund 25,4 Millionen US-Dollar aus seinem Privatvermögen in Diginex-Stammaktien investiert. Sein durchschnittlicher Kaufpreis liegt bei 5,69 US-Dollar je Aktie.

Das Problem: Der aktuelle Kurs bewegt sich zwischen 0,91 und 0,97 US-Dollar. Pelham sitzt also tief im Minus. Marktbeobachter werten sein Engagement dennoch als Vertrauenssignal — wer so viel privates Kapital einsetzt, glaubt an die Wende.

Technisch gilt die Aktie als überverkauft. Der RSI liegt bei rund 31,5 Punkten.

Der Deal, der alles verändern soll

Resulticks erwirtschaftete 2025 rund 150 Millionen US-Dollar Umsatz. Das EBITDA lag zwischen 46 und 50 Millionen US-Dollar. Für Diginex, das im ersten Halbjahr 2026 gerade einmal 2,05 Millionen US-Dollar Umsatz erzielte, wäre das eine Transformation in anderem Maßstab.

Die Übernahme läuft als reiner Aktientausch — bewertet auf Basis eines fixierten Diginex-Kurses von 1,32 US-Dollar. Das liegt deutlich über dem aktuellen Marktpreis. Das Unternehmen selbst wächst rasant: Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 293 Prozent. Aber der Nettoverlust weitete sich auf 5,81 Millionen US-Dollar aus. Ohne Resulticks fehlt die Masse, um profitabel zu werden.

Die wiederholten Verschiebungen des Abschlussdatums haben ihren Preis. Die annualisierte Volatilität der Aktie liegt inzwischen bei über 125 Prozent.

Nasdaq-Frist läuft parallel

Diginex kämpft nicht nur um den Deal. Die Nasdaq schickte bereits am 23. März 2026 einen Mängelbescheid: Der Kurs lag über 30 aufeinanderfolgende Handelstage unter der Mindestgrenze von 1,00 US-Dollar.

Bis zum 21. September 2026 muss Diginex die Compliance wiederherstellen. Die Aktie müsste dafür mindestens zehn Handelstage in Folge über einem Dollar schließen. Ein Reverse Split im Verhältnis 8-zu-1 Ende April brachte nur kurzfristige Erleichterung.

Der Abschluss des Resulticks-Deals gilt als realistischster Weg, um den nötigen Kurssprung organisch zu erzeugen. Scheitert der Deal erneut oder braucht er eine weitere Verlängerung, rückt die Nasdaq-Frist näher — ohne Katalysator in Sicht.