DigitalOcean erlebt einen empfindlichen Rücksetzer. Nach einer beispiellosen Rallye ziehen Anleger nun massenhaft Kapital ab. Die Sorge vor dauerhaft hohen Zinsen belastet den gesamten Sektor für KI-Infrastruktur.

Am Montag verlor das Papier 7,81 Prozent und schloss bei 138,65 Euro. Erst vor wenigen Tagen markierte die Aktie bei 162,05 Euro ein neues Jahreshoch. Nun korrigiert der Kurs deutlich.

Zinsangst trifft KI-Wachstum

Signale der US-Notenbank Federal Reserve trüben die Stimmung. Investoren fürchten, dass die Leitzinsen länger auf hohem Niveau bleiben könnten. In diesem Umfeld rotieren Anleger aus hoch bewerteten Wachstumswerten in defensivere Anlagen.

Operativ zeigt DigitalOcean Stärke. Der Umsatz im ersten Quartal kletterte um 22 Prozent auf 258 Millionen Dollar. Besonders das Geschäft mit KI-Kunden boomt.

Der jährlich wiederkehrende Umsatz in diesem Segment sprang um 221 Prozent auf 170 Millionen Dollar. Für 2027 rechnet das Management mit einem Umsatzwachstum von über 50 Prozent.

Expansion und Schuldenlast

Um diese Expansion zu finanzieren, sammelte das Unternehmen über eine Kapitalerhöhung 700 Millionen Dollar ein. Das Geld fließt in neue Rechenkapazitäten und den Abbau von Verbindlichkeiten.

Die hohe Schuldenlast bleibt jedoch ein Risikofaktor. Sollte die Nachfrage nach KI-Diensten langsamer wachsen als geplant, könnte der Schuldendienst den Cashflow belasten. Technische Signale untermauern den aktuellen Abwärtstrend.

Der Momentum-Indikator drehte zuletzt ins Negative. Parallel dazu hat der Relative-Stärke-Index (RSI) seine überkaufte Zone verlassen.

Die Aktie sucht nun nach einem neuen Boden oberhalb des 50-Tage-Durchschnitts von 122,12 Euro. Anleger blicken derweil auf die US-Notenbank: Eine verzögerte Zinswende würde die Refinanzierung der hohen Schuldenlast weiter erschweren.