Schwache Arbeitsmarktdaten treffen auf einen Index, der charttechnisch in der Zwickmühle steckt. Der Dow Jones tendiert am Freitag mit minus 0,1 Prozent auf 53.824 Punkte, während der Blick auf die kurzfristige Chartstruktur ein ähnliches Bild zeichnet: unentschlossen zwischen Unterstützung und Widerstand, kurz unterhalb des Rekordhochs.

Schwache Jobs lindern Zinssorgen

Der US-Arbeitsmarkt hat im Juli überraschend Stellen abgebaut. Außerhalb der Landwirtschaft gingen 23.000 Jobs verloren, Ökonomen hatten im Konsens ein Plus von 83.000 erwartet. Die Zahlen für Mai und Juni wurden zudem kumuliert um 103.000 Stellen nach unten korrigiert.

Die Arbeitslosenquote sank zwar leicht auf 4,1 Prozent, die Stundenlöhne legten mit 3,2 Prozent im Jahresvergleich schwächer zu als erwartet. Für die Anleihemärkte war das Signal eindeutig: Die Zehnjahresrendite fiel auf 4,63 Prozent, Zinserhöhungsängste treten in den Hintergrund. Unter dem neuen Fed-Vorsitzenden Kevin Warsh, der geldpolitisch stärker auf Produktivitätsgewinne setzt als auf kurzfristige Konjunkturdaten, dürfte die Entwicklung am Arbeitsmarkt dennoch genau beobachtet werden.

Von den sinkenden Renditen profitierten vor allem zinssensitive Technologiewerte wie Nvidia und Intel. Der Dow selbst blieb dagegen im Minus, während Nasdaq und S&P 500 zulegten – ein Auseinanderlaufen der US-Indizes, das die Stimmung an der Wall Street uneinheitlich hält.

Wedge zwischen Rekord und Rückzug

Auf Stundenbasis hängt der Index bei rund 54.086 Punkten zwischen unmittelbarem Widerstand und wichtiger Unterstützung fest. Der Kurs notiert über dem 200-Tage-Durchschnitt bei 52.630 Punkten und über der Ichimoku-Wolke – beides bullische Signale, auch wenn er unter dem 20-Perioden-Durchschnitt bei 54.107 Punkten liegt und ein bearischer MACD-Crossover hinzukommt.

Hinzu kommt eine RSI-Divergenz: Während der Index ein neues Allzeithoch markierte, bildete der Momentum-Indikator niedrigere Hochs – ein klassisches Warnsignal nachlassender Kaufkraft. Die Zone zwischen 54.100 und 54.600 Punkten gilt aktuell als Bereich erhöhter Kursschwankungen ohne klare Richtung.

Fällt der Index unter die Unterstützung bei 53.849 Punkten, rückt eine tiefere Korrektur in Richtung 53.263 Punkte in den Fokus. Ein Ausbruch über die Marke von 54.884 Punkten – dem bisherigen Rekordhoch – würde dagegen den Weg für eine Fortsetzung der Rally freimachen.