Der Dow Jones bleibt in Feierlaune. Nach einem starken Wochenauftakt zeigen die Futures auch am Dienstag nach oben, wenn auch mit etwas weniger Schwung als am Vortag. Die große Rekordjagd an der Wall Street setzt sich fort — angeführt allerdings nicht vom Dow selbst, sondern von der Technologiebranche.

Am Montag hatte der Leitindex mit einem Plus von 0,71 Prozent auf 52.048,83 Punkte geschlossen. Bescheiden wirkt das nur im Vergleich: Der marktbreite S&P 500 legte um 1,49 Prozent zu, der technologielastige Nasdaq 100 sogar um 2,83 Prozent auf den höchsten Stand seit drei Monaten. Der Grund für die Tech-Euphorie lag vor allem an Halbleiterwerten, die vom offenbar gelungenen Start eines neuen KI-Assistenten aus dem Hause Meta profitierten.

Geopolitik bremst die Vorsicht nicht

Hinter der guten Stimmung steckt auch eine Entspannung an anderer Front. Sinkende Ölpreise und Hoffnungen auf diplomatische Fortschritte im Nahost-Konflikt nahmen dem Markt zuletzt Druck.

Zeitgleich richten sich die Blicke auf die UN-Generalversammlung dieser Woche, bei der Gespräche zwischen den USA und dem Iran erwartet werden. Genau diese Unsicherheit sorgte dafür, dass sich die Futures zuletzt kaum bewegten — Händler agieren vorsichtig, solange keine Klarheit über den diplomatischen Ausgang besteht.

Die Entspannung der Lieferrisiken rund um die Straße von Hormus half zusätzlich, den Druck der vergangenen Wochen zu mindern. Kein Wunder, dass die Marktteilnehmer trotz der Rekordstände wachsam bleiben — die Gemengelage aus geopolitischer Unsicherheit und Technologie-Euphorie sorgt für ein fragiles Gleichgewicht.

Für den Dow bleibt die entscheidende Frage, ob er den Anschluss an die Tech-Rally halten kann oder ob die Gewinne diese Woche vor allem bei Nasdaq und S&P 500 landen. Die Ergebnisse der UN-Gespräche zum Iran dürften dabei mitentscheiden, wie belastbar die aktuelle Rekordjagd tatsächlich ist.