Die US-Börsen sind über das Osterwochenende geschlossen und öffnen erst wieder am Montag. Doch der am Freitag veröffentlichte Arbeitsmarktbericht für März hat bereits die Weichen für den nächsten Handelstag gestellt — und die Erwartungen der Märkte deutlich verschoben.
Ein Jobsmarkt, der zu stark ist
Die US-Wirtschaft schuf im März 178.000 neue Stellen — fast dreimal so viele wie die prognostizierten 60.000. Die Arbeitslosenquote sank gleichzeitig leicht auf 4,3 Prozent. Für den Dow Jones bedeutet das: Die Hoffnung auf eine baldige Zinssenkung der Federal Reserve hat sich weiter verflüchtigt. Laut CME-Daten preisen die Märkte inzwischen eine Wahrscheinlichkeit von 77,6 Prozent ein, dass die Fed die Zinsen durch weite Teile des Jahres 2026 unverändert lässt. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen stieg am Freitagmorgen auf 4,347 Prozent.
Der Dow hatte bereits am Donnerstag eine turbulente Sitzung hinter sich. Zeitweise verlor der Index rund 668 Punkte, bevor Meldungen über diplomatische Aktivitäten in der Straße von Hormus die Verluste etwas eindämmten. Der Ölpreis verharrt bei rund 110 Dollar pro Barrel — ein anhaltender Belastungsfaktor für industrielastige Indizes wie den Dow.
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Technologie stützt, Zykliker bremsen
Innerhalb des Index zeigte sich am Donnerstag eine klare Sektorrotation. IBM und Microsoft gehörten mit Gewinnen von rund zwei beziehungsweise einem Prozent zu den stärksten Werten — ein Zeichen dafür, dass Anleger bei steigenden Renditen in Titel mit soliden Bilanzen rotieren. Auf der anderen Seite standen Home Depot und Sherwin-Williams mit Verlusten von jeweils mehr als zwei Prozent unter Druck. Höhere Anleiherenditen und Inflationssorgen belasten die Aussichten für den Wohnungsbau und den Konsumbereich spürbar. Caterpillar verlor knapp 1,8 Prozent — der Industriekonzern gilt als besonders anfällig für Energiepreisschocks.
Technische Lage bleibt angespannt
Trotz eines wöchentlichen Gewinns von knapp drei Prozent — der stärksten Wochenperformance seit Ende Februar — befindet sich der Dow weiterhin in einem kurzfristigen Abwärtstrend. Der Index notiert aktuell rund 7,5 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von gut 50.000 Punkten.
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Technisch entscheidend ist die Unterstützungszone zwischen 45.700 und 45.900 Punkten. Hält diese Zone zum Wochenstart nicht, rückt das Januar-Hoch bei rund 45.280 Punkten als nächste Auffanglinie in den Blick. Nach oben bleibt die Marke von 47.000 Punkten der zentrale Widerstand — erst deren Rückeroberung würde die technische Einschätzung von gemischt auf konstruktiv drehen.
Der Montag wird zeigen, wie der Markt den starken Arbeitsmarktbericht verarbeitet. Sollten die Daten die Diskussion um eine mögliche Zinserhöhung bis Jahresende befeuern — aktuell mit zehn Prozent Wahrscheinlichkeit eingepreist —, dürfte der Gegenwind für den Dow erheblich zunehmen.
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