Die Wall Street zeigte sich am Mittwoch von ihrer freundlichen Seite – doch die Futures des Dow Jones geben nach. Der Grund: Die Risikoaversion nimmt zu, nachdem die Wetten auf baldige Zinssenkungen der Federal Reserve deutlich zurückgegangen sind. Stärkere US-Beschäftigungsdaten vom Mittwoch hatten zunächst für Auftrieb gesorgt, doch die Euphorie scheint bereits wieder zu verfliegen.

Die Lage ist angespannt. Während andere Märkte weiter zulegen, gerät ausgerechnet der traditionelle Leitindex ins Straucheln. Investoren rechnen offenbar nicht mehr mit der erhofften geldpolitischen Lockerung – ein herber Dämpfer für die Erwartungen vieler Marktteilnehmer.

Zölle im Visier des Supreme Court?

Zusätzlichen Druck könnte eine rechtliche Auseinandersetzung bringen: Der US Supreme Court befasst sich möglicherweise mit den Zollmaßnahmen der Trump-Administration, die unter dem International Emergency Economic Powers Act (IEEPA) verhängt wurden. Eine Entscheidung gegen diese Maßnahmen könnte erhebliche Auswirkungen auf die Handelspolitik und damit auch auf die Kursentwicklung haben. Die Unsicherheit belastet – und der Dow Jones bekommt das zu spüren.

Nur ein Rückschlag oder mehr?

Ist das schon das Ende des jüngsten Rebounds? Die Charts lassen Raum für Interpretation. Nach der kurzen Erholungsphase stellt sich die Frage, ob die Bären nun wieder das Ruder übernehmen. Die Kombination aus nachlassenden Zinssenkungshoffnungen, möglichen juristischen Komplikationen und der allgemein angespannten Marktstimmung deutet darauf hin, dass der Index zunächst unter Druck bleiben dürfte.

Die nächsten Handelstage werden zeigen, ob sich die Verluste ausweiten oder ob der Dow Jones doch noch die Kurve kriegt. Aktuell sprechen die Vorzeichen jedenfalls nicht für eine schnelle Trendwende.