Am letzten Tag der russischen Parlamentswahl ist Moskau von weitreichenden Drohnenangriffen getroffen worden, die den Flugverkehr lahmlegten und kritische Infrastruktur beschädigten. Die Attacken zielten mitten in die dreitägige Abstimmung für die Staatsduma. Nach offiziellen Angaben konnten zahlreiche Flugkörper abgefangen werden, dennoch drangen mehrere Drohnen bis auf das Gelände einer Ölraffinerie vor.
Die militärische Eskalation erreichte direkt die russische Hauptstadt. Der Moskauer Bürgermeister sprach vom massivsten Drohnenangriff auf die Metropole seit Kriegsbeginn. Russland habe seit dem Vortag insgesamt 1.600 Drohnen abgewehrt, 450 davon allein beim Anflug auf das Stadtgebiet.
Schäden an Raffinerie und Störungen im Flugverkehr
Trotz der gemeldeten Abwehrerfolge kam es zu Sachschäden und Ausfällen. Auf dem Areal einer örtlichen Erdölraffinerie schlugen Trümmerteile ein, während ein Flugkörper in ein Wohngebäude stürzte. Todesopfer gab es in der Kernstadt Moskau nach ersten Angaben nicht.
Der operative Betrieb der Metropole geriet spürbar unter Druck. An allen vier Moskauer Verkehrsflughäfen kam es zu Einschränkungen des Flugbetriebs. Im Umland der Hauptstadt meldeten die dortigen Behörden zwei Tote sowie sechs Verletzte nach Bränden an mehreren Orten. Hunderte Anwohner mussten ihre Wohnungen verlassen.
Politische Bestätigung unter Kriegsbedingungen
Die Angriffe fielen zeitlich mit dem Abschluss der dreitägigen Duma-Wahl zusammen. Bei der Abstimmung treten nach dem Ausschluss oppositioneller Kräfte ausschließlich kremlnahe Parteien an, die den 2022 begonnenen Militäreinsatz mittragen. Die amtierende Partei strebt dabei erneut eine Zweidrittelmehrheit im Parlament an.
Unabhängige Wahlbeobachter meldeten bereits vor dem Abschluss Manipulationsversuche. Erstmals ließ Moskau auch in den besetzten ukrainischen Gebieten Luhansk, Donezk, Saporischschja und Cherson sowie auf der Krim abstimmen, was international als Bruch des Völkerrechts eingestuft wird. Trotz der physischen Schäden an der Energieinfrastruktur erklärte die Stadtführung den Versuch, den Urnengang zu stören, für gescheitert.


