Drohnenabwehr-Spezialist DroneShield baut massiv aus. Das Unternehmen eröffnet Produktionsstätten in Europa und sichert sich prominente Verstärkung für den Vorstand. Die Börse honoriert das nicht. Im Gegenteil. Die Aktie notiert aktuell bei 1,28 Euro. Seit Jahresbeginn hat das Papier rund 35 Prozent an Wert verloren.

ASIC-Ermittlungen schrecken Käufer ab

Der operative Fortschritt verpufft angesichts schwerer Vorwürfe. Im Mai startete die australische Finanzaufsicht ASIC eine Untersuchung. Es geht um mögliche Meldeverstöße und Insiderhandel. Im Zentrum stehen Aktienverkäufe des ehemaligen Chefs Oleg Vornik und des Ex-Vorsitzenden Peter James Ende 2025.

Seit Bekanntwerden der Ermittlungen meiden institutionelle Investoren den Wert. Mitte Juni verschärfte eine Kapitalmaßnahme den Druck zusätzlich. Das Unternehmen gab über 820.000 neue Aktien aus. Die Aktie stürzte weiter ab und handelt nun fast 65 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch. Der RSI-Wert von 19,9 signalisiert eine massiv überverkaufte Situation.

Milliarden-Pipeline trifft auf Skepsis

Dabei lesen sich die Auftragsbücher exzellent. DroneShield verfolgt aktuell 312 Projekte. Das Gesamtvolumen liegt bei 2,2 Milliarden Australischen Dollar. Allein für das zweite Halbjahr erwartet das Management den Zuschlag für einen Einzelauftrag im Wert von 730 Millionen Dollar.

Europa steuert bereits fast die Hälfte des Konzernumsatzes bei. Um diese Nachfrage zu bedienen, startete DroneShield kürzlich eine Lieferketten-Offensive in Polen. Zuvor eröffnete der Konzern ein europäisches Hauptquartier in Amsterdam. Dort lief Anfang Juni das erste Drohnenabwehr-System vom Band. Bis Ende 2026 soll die Anlage Kapazitäten für Milliardenumsätze bieten.

Neues Führungsteam soll Vertrauen schaffen

Parallel dazu baut DroneShield seine Führungsriege um. Ab dem 1. Juli 2026 verstärkt Konteradmiral a.D. Lee Goddard den Vorstand. Er bringt drei Jahrzehnte Erfahrung aus Militär und Rüstungsindustrie mit. Zuvor leitete er die staatliche Australian Missile Corporation.

Goddards Berufung flankiert den jüngsten Umbau an der Unternehmensspitze. Erst Anfang des Jahres übernahm der bisherige Technikchef Angus Bean den Posten des CEO. Medienmanager Hamish McLennan rückte an die Spitze des Aufsichtsrats. Das neue Team soll nun komplexe Rüstungsausschreibungen gewinnen und die Expansion in den USA vorantreiben.

Analysten bewerten die Lage höchst unterschiedlich. Die Kursziele reichen von vorsichtigen 2,28 Dollar bis hin zu optimistischen 5,00 Dollar. Der Markt sucht nach dem richtigen Preis für ein schnell wachsendes Unternehmen unter regulatorischem Beschuss.

Am 26. August präsentiert DroneShield die Zahlen für das erste Halbjahr. Dann müssen die neuen Europa-Initiativen und das wachsende Geschäft mit wiederkehrenden Umsätzen echte Gewinne zeigen. Hält die operative Stärke an, könnte das den Fokus der Börse wieder auf das Kerngeschäft lenken.