Der Sektor für Drohnenabwehr gewinnt an Dynamik. Ein Börsengang in Australien sorgt für Aufmerksamkeit — und DroneShield profitiert zumindest indirekt davon.

Boresight-IPO als Stimmungsindikator

Das Canberra-Unternehmen Boresight debütierte am 10. Juni an der ASX und legte am ersten Handelstag um bis zu 90 Prozent zu. Der Ausgabepreis lag bei 0,20 australischen Dollar, der Kurs kletterte auf 0,38 Dollar. Das IPO brachte 8 Millionen australische Dollar ein.

Boresight baut günstige Zieldrohnen für das Training von Drohnenabwehrsystemen. Im Geschäftsjahr 2025 erzielte das Unternehmen 4,3 Millionen australische Dollar Umsatz — ein Plus von 58 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Über 6.000 Drohnen gingen an 15 Streitkräfte in 12 Ländern. Zu den Kunden zählen Northrop Grumman, die australische Streitkraft und DroneShield selbst.

Das starke Börsendebüt zeigt: Investoren suchen aktiv nach Einstiegspunkten im C-UAS-Markt.

Millionenauftrag aus den USA

DroneShield hat einen Vertrag mit der US-amerikanischen Joint Interagency Task Force 401 (JIATF-401) abgeschlossen. Das Volumen beträgt 24,9 Millionen australische Dollar. JIATF-401 koordiniert die Drohnenabwehr der US-Streitkräfte und unterstützt Verbündete beim Aufbau eigener Kapazitäten.

Der Auftrag umfasst mobile und stationäre Abwehrsysteme sowie Abo-Dienste und Services. Mindestens 10 Millionen australische Dollar sollen noch in diesem Geschäftsjahr als Umsatz verbucht werden. Der Rest folgt 2027.

ASIC-Untersuchung belastet weiter

Trotz operativer Fortschritte steht DroneShield unter regulärem Druck. Die australische Finanzaufsicht ASIC untersucht seit November 2025 die Unternehmenskommunikation und Börsenmeldungen aus dem Zeitraum 1. bis 20. November 2025. Im Fokus steht auch der Aktienhandel zwischen dem 6. und 12. November — konkret ein Aktienverkauf von 66,8 Millionen australischen Dollar durch den damaligen CEO, den Aufsichtsratsvorsitzenden und ein weiteres Vorstandsmitglied. Zeitgleich hatte das Unternehmen eine fehlerhafte Auftragsmeldung veröffentlicht und kurz darauf zurückgezogen. DroneShield kooperiert nach eigenen Angaben vollständig mit der Behörde.

Kein Wunder, dass der Kurs unter Druck steht. Die Aktie notiert bei 1,67 Euro — rund 54 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 3,65 Euro aus dem Oktober 2025. Der RSI liegt bei 31,6 und signalisiert damit eine technisch überverkaufte Lage.

Der nächste klare Kurstreiber dürfte erst dann entstehen, wenn die ASIC-Untersuchung abgeschlossen ist oder DroneShield weitere Großaufträge in ähnlicher Größenordnung wie der JIATF-401-Vertrag vermelden kann.