Operativ läuft es rund für DroneShield. Der Spezialist für Drohnenabwehr meldet neue Partnerschaften und baut seine Produktion in Europa aus. An der Börse herrscht trotzdem Katerstimmung. Die Aktie verliert weiter massiv an Boden.

Offene Systeme statt Insellösungen

Auf der Rüstungsmesse Eurosatory in Paris präsentierte das Unternehmen am Dienstag seinen neuesten strategischen Schritt. Gemeinsam mit der Parsons Corporation zeigte DroneShield eine offene Architektur für Drohnenabwehrsysteme. Kunden können nun verschiedene Sensoren von Drittanbietern nahtlos integrieren. Das Ziel: Militärpersonal soll in umkämpften Lufträumen schneller entscheiden können.

Parallel dazu treibt das Management die Expansion in Europa voran. Im Frühjahr eröffnete DroneShield ein neues Hauptquartier in Amsterdam. Inzwischen rollen die ersten lokal produzierten Abwehrsysteme vom Band. Damit will der Konzern die Lieferketten für NATO- und EU-Staaten absichern. Dies passt exakt zur europäischen Verteidigungsstrategie.

Auch finanziell hat das Unternehmen einen neuen Reifegrad erreicht. Die australische Börse befreite DroneShield im Mai von den vierteljährlichen Cashflow-Berichten. Der Grund dafür sind vier aufeinanderfolgende Quartale mit positiven Mittelzuflüssen. Ein frischer Millionenauftrag aus dem asiatisch-pazifischen Raum diversifiziert die Einnahmen weiter.

Diskrepanz zum Aktienkurs

Die Börse honoriert diese Fortschritte aktuell nicht. Der Aktienkurs rutschte am Mittwoch um knapp zwei Prozent auf 1,70 Euro ab. Seit Jahresbeginn summiert sich das Minus auf über 14 Prozent. Vom 52-Wochen-Hoch bei 3,65 Euro aus dem vergangenen Oktober ist das Papier weit entfernt.

Technische Indikatoren deuten nun auf eine überverkaufte Situation hin. Der Relative-Stärke-Index nähert sich der kritischen Schwelle. Operative Erfolge allein reichen dem Markt offenbar nicht mehr aus. Die anstehenden Halbjahreszahlen müssen nun beweisen, dass sich die neuen Partnerschaften auch in deutlich steigenden Umsätzen niederschlagen.