Volle Auftragsbücher, eine massive Expansion in Europa und prall gefüllte Kassen. Eigentlich müsste bei DroneShield Feierstimmung herrschen. Die Realität an der Börse sieht anders aus. Am Freitag brach der Kurs um weitere neun Prozent auf 1,28 Euro ein. Seit Jahresbeginn hat das Papier gut 35 Prozent an Wert verloren. Ein behördliches Verfahren überschattet die starken operativen Fortschritte.
Die Last der Behörden
Der Hauptgrund für den Kursverfall ist eine laufende Untersuchung. Die australische Aufsichtsbehörde ASIC ermittelt gegen den ehemaligen CEO Oleg Vornik sowie zwei weitere Direktoren. Es geht um Aktienverkäufe aus dem November 2025. Kurz nach diesen Verkäufen verkündete DroneShield einen Millionenvertrag. Wenige Stunden später zog das Management die Meldung wieder zurück.
Die Folge: Institutionelle Käufer meiden die Aktie seither. Solange die ASIC den Fall nicht abschließt, fehlt dem Markt das Vertrauen. Erschwerend kam Mitte Juni eine Kapitalmaßnahme hinzu. Das Unternehmen gab über 800.000 neue Aktien aus. Diese Verwässerung schreckte bestehende Anteilseigner zusätzlich ab.
Militär-Expertise und Europa-Expansion
Operativ baut der Konzern seine Strukturen derweil massiv aus. Am Dienstag rückt der pensionierte Konteradmiral Lee Goddard in den Vorstand auf. Er bringt tiefe Einblicke in staatliche Beschaffungsprozesse mit. Seine Kontakte sollen helfen, die fortschrittliche Anti-Drohnen-Technologie besser bei westlichen Militärs zu platzieren.
Parallel dazu forciert DroneShield die europäische Produktion. Im Juni verließ die erste Anlage eine europäische Fertigungslinie. In Polen startete das Management eine Kampagne für den Aufbau lokaler Lieferketten. Das neue Hauptquartier in Amsterdam soll die jährliche Kapazität bis Ende 2026 auf 2,4 Milliarden US-Dollar hochfahren.
Warten auf den Mega-Deal
Die finanzielle Basis für dieses Wachstum ist vorhanden. Im ersten Quartal 2026 verdoppelte sich der Umsatz nahezu auf 74 Millionen Australische Dollar. Die Barreserven liegen bei komfortablen 220 Millionen Dollar.
Der Blick richtet sich nun auf die Projektpipeline im Wert von 2,2 Milliarden Dollar. Darunter befinden sich mehrere Aufträge im zweistelligen Millionenbereich. Das absolute Highlight steht noch in diesem Jahr zur Vergabe an. Das Ziel: ein erwarteter Großauftrag über 730 Millionen Dollar.
Technisch ist die Aktie massiv überverkauft. Der RSI-Indikator notiert bei extrem niedrigen 19,9 Punkten. Der große Abstand zum 50-Tage-Durchschnitt von 1,93 Euro verdeutlicht den anhaltenden Verkaufsdruck.
Am 26. August präsentiert DroneShield die Halbjahreszahlen. Bis dahin bleibt das Unternehmen in einem Spannungsfeld. Die operative Entwicklung und die prallen Kassen sprechen für sich. Ein nachhaltiger Kursaufschwung erfordert jedoch Klarheit im ASIC-Verfahren. Ohne einen Freispruch der Behörde bleibt die Aktie ein riskantes Terrain.
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