Die DWS-Aktie nähert sich ihrem 52-Wochen-Hoch. Grund dafür ist die Erwartung starker Quartalszahlen, die kommende Woche anstehen. Anleger positionieren sich bereits jetzt in dem Frankfurter Asset Manager.
Am Freitag schloss das Papier bei 70,60 Euro. Das entspricht einem Tagesgewinn von 1,58 Prozent. Der Abstand zum bisherigen Rekordhoch von 71,60 Euro beträgt nur noch 1,4 Prozent.
Siltronic-Position deutlich reduziert
Am Wochenende wurde eine Stimmrechtsmitteilung bekannt. Die Tochtergesellschaft DWS Investment GmbH hat ihre Beteiligung an der Siltronic AG reduziert. Der Anteil am Halbleiterzulieferer sank von 3,66 Prozent auf 2,66 Prozent der Stimmrechte.
Damit unterschreitet die DWS die meldepflichtige Schwelle von 3 Prozent. Der Schritt zeigt aktive Portfoliosteuerung im laufenden Marktumfeld. Im Kerngeschäft bleibt die DWS derweil aktiv: Erst kürzlich gewann ein Konsortium unter Führung des Konzerns ein bedeutendes Mandat zur Verwaltung von Pensionsrücklagen für Bund und Länder.
Analysten erwarten solide Werte
Der Blick der Marktteilnehmer richtet sich nun auf die Quartalszahlen für Q2 2026. Der Bericht erscheint voraussichtlich in der kommenden Woche im Juli. Analysten kalkulieren mit einem Gewinn je Aktie von etwa 1,20 Euro und Umsatzerlösen von rund 757 Millionen Euro.
Anleger achten dabei besonders auf zwei Kennzahlen: die Nettomittelzuflüsse und die Aufwand-Ertrag-Relation. Im ersten Quartal 2026 lag der Gewinn je Aktie bei 1,32 Euro und übertraf damit die Erwartungen deutlich. Die Aktie sprang damals zweistellig nach oben.
Altersvorsorgereform als Rückenwind
Die DWS profitiert derzeit von einer positiven Stimmung im gesamten Sektor der Vermögensverwaltung. Ein zentraler Treiber ist die geplante Einführung eines staatlich geförderten Altersvorsorgedepots in Deutschland ab 2027. Die Reform soll breiten Bevölkerungsschichten den Zugang zum Kapitalmarkt erleichtern.
Als einer der führenden Anbieter aktiv verwalteter Fonds gilt die DWS als naheliegender Profiteur dieser Entwicklung. Auch die Xtrackers-ETF-Plattform des Konzerns dürfte davon profitieren. Seit Jahresbeginn steht die Aktie mit 24,73 Prozent im Plus und zählt damit zu den stärksten Werten im Finanzsektor.
Technisch zeigt sich das Papier mit einem RSI von 66,8 in robuster Verfassung, ohne bereits überkauft zu sein. Sollte die DWS die Erwartungen für Q2 2026 wie schon im Vorquartal übertreffen, könnte das Rekordhoch von 71,60 Euro schnell fallen. Die Zahlen kommende Woche werden zeigen, ob der positive Trend anhält.
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