Mittelabflüsse und Anpassungsbedarf im Immobilienbereich fordern das Fondsmanagement der DWS. Am Mittwoch trat DWS-Immobilienexperte Clemens Schäfer Spekulationen über drastische Maßnahmen entgegen: Zwar stünden drei offene Immobilienfonds wegen anhaltender Anlegerabflüsse unter Druck und müssten zur Liquiditätssicherung Immobilien verkaufen. Eine Aussetzung der Anteilsrücknahmen stehe jedoch nicht an.

An der Börse zeigt sich der Vermögensverwalter dennoch robust. Die DWS-Aktie notiert bei 72,45 Euro und verzeichnet am heutigen Montag ein leichtes Plus von 0,3 Prozent. Trotz der Herausforderungen im Immobiliensektor summiert sich der Kursgewinn seit Jahresanfang auf 28 Prozent.

Anpassungen im US-Portfolio und ETF-Umbau

Die Situation bei den offenen Fonds ist nicht die einzige Baustelle im Sachwertebereich. Wie Bloomberg am 18. September berichtete, plant der von der DWS verwaltete US-Immobilienfonds RREEF Property Trust, sämtliche Vermögenswerte zu verkaufen und den Fonds aufzulösen. Dieser Liquidationsvorschlag bedarf allerdings noch der formellen Zustimmung der Anteilseigner.

Parallel zu den Bereinigungen im Immobilienportfolio trimmt die Fondstochter der Deutschen Bank ihr Angebot im Passivsegment auf Effizienz. Bereits am 14. September vollzog das Unternehmen die Umwandlung des Xtrackers MSCI EAFE Selection Equity ETF in den Xtrackers Bloomberg Developed Markets Ex US Equity ETF. Das umgestellte Produkt bildet nun den Bloomberg Developed Markets ex US Core Markets Index ab und weist eine jährliche Kostenquote von 0,03 Prozent auf.

Gespräche über engere Konzernverzahnung

Neben den Portfolioanpassungen rücken auch interne Strukturen in den Fokus. Am 18. September wurde bekannt, dass die Deutsche Bank eine engere Zusammenarbeit zwischen ihrem Asset Management und dem Private Banking prüfte. Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg befinden sich diese internen Gespräche jedoch noch in einem frühen Stadium, und es wurden bislang keine Entscheidungen getroffen.

Für Anleger zeichnet sich damit ein differenziertes Bild ab: Während der Bereich der Immobilienfonds Vermögenswerte veräußert, um Abflüsse zu bedienen, treibt die DWS im ETF-Segment Produktanpassungen voran und prüft Verbundeffekte mit dem Mutterkonzern.