E.ON Aktie: Analyse bereitgestellt

Die Analysten von Berenberg haben E.ON von Buy auf Hold zurückgestuft. Grund ist nicht die Marktposition, sondern eine politische Blockade bei der Netzregulierung, die Investitionen bremst.

E.ON Aktie
Kurz & knapp:
  • Analysten herabgestuft von Buy auf Hold
  • Politische Unklarheit bremst Netzausbau-Investitionen
  • Starke Bilanz, aber regulatorisches Vakuum
  • Gewinnprognose für 2026 leicht gesenkt

Berenberg stuft E.ON nach einem beachtlichen Kursanstieg von „Buy“ auf „Hold“ herab – das neue Kursziel liegt bei 18,10 Euro, der Schlusskurs am 9. Februar 2026 bereits bei 17,99 Euro. Grund für die Vorsicht ist nicht etwa eine verschlechterte Marktposition, sondern vielmehr eine zermürbende Hängepartie bei der Regulierung. Vom 52-Wochen-Tief bei 11,37 Euro hat sich der Titel um satte 58 Prozent erholt. Doch ausgerechnet jetzt, wo der Netzausbau dringlicher denn je erscheint, herrscht politische Unklarheit.

Finanzielle Stärke trifft auf regulatorisches Vakuum

E.ON kontrolliert 36 Prozent des deutschen Verteilnetzes und verbindet bereits rund 80 Prozent der neuen Onshore-Windkapazitäten ans Netz. Die Essener haben 5 bis 10 Milliarden Euro Spielraum in der Bilanz, um über das laufende Investitionsziel von 35 Milliarden Euro (2024-2028) hinauszugehen – davon entfallen allein 22 Milliarden auf Deutschland. Berenberg-Analyst Andrew Fisher betont: E.ON ist finanziell gerüstet, braucht aber ein verlässliches regulatorisches Umfeld, bevor zusätzliches Kapital fließen kann.

Die Bundesnetzagentur erwartet, dass Rechenzentren bis 2037 bis zu 10 Prozent des deutschen Stroms verbrauchen werden, gegenüber aktuell etwa 4 Prozent. Über 90 Prozent der dezentralen Erneuerbaren sollen an Verteilnetze angeschlossen werden – ein klarer Vorteil für E.ON. Doch entscheidende Details zur Eigen- und Fremdkapitalverzinsung stehen erst 2026 bis 2028 fest, Kosten- und Effizienzfaktoren könnten sogar bis 2028 auf sich warten lassen.

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Politische Blockade verschärft die Lage

Unterdessen kritisiert der DGB Nord scharf den Gesetzentwurf von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU). Der Plan sieht vor, den Anlagenzubau mit dem Netzausbau besser zu synchronisieren und belastete Netzgebiete als „kapazitätslimitiert“ auszuweisen. Für Neuanschlüsse in diesen Gebieten soll es bei Abregelungen keine Entschädigung mehr geben – eine Maßnahme, die Milliarden sparen soll, aber nach Ansicht der Gewerkschaft Planungssicherheit untergräbt.

DGB-Nord-Vorsitzende Laura Pooth warnt vor einem Teufelskreis: Der Ausbau Erneuerbarer werde nicht nur gebremst, sondern auch teurer. Netzbetreiber würden ihre Planungen reduzieren, was wiederum neue Wind- und Solaranlagen blockiere. „In dieser Logik gewinnt immer das langsamste Pferd“, so Pooth. Sie erinnert an die Ära von Peter Altmaier, dessen Politik vor gut zehn Jahren zehntausende Arbeitsplätze in der Solar- und Windbranche kostete – ein Szenario, das sich nun zu wiederholen drohe.

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Ergebnisprognose gedämpft

Berenberg rechnet für 2026 mit einem EBITDA von 9,54 Milliarden Euro, ein Rückgang um 1,9 Prozent gegenüber 9,72 Milliarden im Jahr 2025. Der Gewinn je Aktie dürfte von 1,15 auf 1,06 Euro sinken, bedingt durch steigende Netzkosten. Rund 75 Prozent des operativen Gewinns stammen aus regulierten Netzen, 18 Prozent aus dem Endkundengeschäft. Deutschland macht etwa 65 Prozent der regulierten Anlagenbasis aus – was E.ON besonders anfällig für politische Entscheidungen macht.

Die Analysten passten ihre Prognosen für 2026 und 2027 geringfügig nach unten an, erwarten aber weiterhin ein Wachstum der regulierten Anlagenbasis von 8,3 Prozent 2026 und 8,2 Prozent 2027. Das größte Risiko bleibt die Ungewissheit, ob die finale Regulierung international wettbewerbsfähige Renditen ermöglicht. Bis dahin heißt es: Abwarten.

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