Am 23. April bittet E.ON seine Aktionäre zur virtuellen Hauptversammlung. Neben personellen Veränderungen an der Kontrollspitze des Energiekonzerns steht vor allem die Gewinnbeteiligung auf der Agenda. Nach einem starken Geschäftsjahr winkt den Anlegern die Fortsetzung einer bemerkenswerten Ausschüttungsserie, auch wenn der kurzfristige Ausblick einen leichten Dämpfer bereithält.

Rekordgewinn stützt Ausschüttung

Die Basis für die geplante Dividende von 0,57 Euro je Aktie bildet ein robustes abgelaufenes Geschäftsjahr. Das bereinigte Konzern-EBITDA kletterte um neun Prozent auf 9,8 Milliarden Euro, maßgeblich angetrieben vom florierenden Segment der Energienetze. Mit diesem Vorschlag würde der Versorger seine Gewinnbeteiligung das zehnte Jahr in Folge anheben. Insgesamt plant das Management, knapp 1,5 Milliarden Euro an die Anteilseigner zu überweisen.

Neben der Abstimmung über die Mittelverwendung formiert sich der Aufsichtsrat neu. Mit Helene von Roeder, Finanzchefin von Merck, und Dominik von Achten, Vorstandsvorsitzender von Heidelberg Materials, sollen zwei erfahrene Führungskräfte in das Kontrollgremium einziehen. Sie ersetzen Anke Groth und Klaus Fröhlich, die nicht für eine weitere Amtszeit zur Verfügung stehen.

Frischer Wind für die Konsolidierungsphase

Das neu aufgestellte Gremium begleitet den Konzern in eine Phase der Normalisierung. Für das laufende Jahr rechnet E.ON aufgrund temporärer regulatorischer Effekte im Netzgeschäft mit einem leichten Ergebnisrückgang auf 9,4 bis 9,6 Milliarden Euro beim bereinigten EBITDA. Mittelfristig hält das Management jedoch an seinen ambitionierten Zielen fest und plant bis 2030 mit Investitionen von 48 Milliarden Euro, um Netzengpässe in Europa abzubauen.

Die langfristige Strategie spiegelt sich in den jüngsten Einschätzungen der Marktbeobachter wider:
* Goldman Sachs: „Buy“, Kursziel 23,00 Euro
* Bernstein: „Market-Perform“, Kursziel 18,00 Euro
* Jefferies: „Hold“, Kursziel 17,40 Euro

Da die Aktie seit Jahresbeginn bereits um beachtliche 14,47 Prozent zulegen konnte und gestern bei 18,83 Euro aus dem Handel ging, hat das Papier die Kursziele einiger vorsichtigerer Analysten bereits hinter sich gelassen. Viele gute Nachrichten scheinen im aktuellen Bewertungsniveau berücksichtigt zu sein.

Die virtuelle Hauptversammlung fungiert somit als nächster konkreter Impulsgeber für die Aktie. Stimmen die Anteilseigner den Vorschlägen zu, erfolgt der Dividendenabschlag (Ex-Tag) direkt am 24. April, bevor die Auszahlung am 28. April 2026 auf den Konten der Anleger verbucht wird.