Der Übernahmepoker um easyJet hat einen neuen Favoriten. Apollo Global Management hat am Freitag ein höheres Gebot vorgelegt und damit den bisherigen Interessenten Castlelake ausgestochen. Die Aktie reagierte mit einem Sprung auf ein Dreijahreshoch.

Apollo bietet 7,15 Pfund je Aktie in bar und bewertet easyJet damit mit 5,7 Milliarden Pfund. Castlelake hatte zuletzt 6,90 Pfund geboten — nach mehreren Nachbesserungen, die das easyJet-Management zunächst überzeugt hatten. Die Gremien werten das Apollo-Angebot nun als überlegen und wollen es voraussichtlich auch offiziell empfehlen. Als Alternative zur Barzahlung können Aktionäre auch Anteile an dem Apollo-Fonds erhalten, über den die Beteiligung gehalten werden soll.

Die easyJet-Aktie schoss um rund 14 bis 15 Prozent nach oben und erreichte mit 672 Pence den höchsten Stand seit drei Jahren. Seit Mitte Mai hat sich der Kurs des Lufthansa- und Ryanair-Rivalen im Zuge des Übernahmepokers damit fast verdoppelt.

Zweiter Bieter verändert die Ausgangslage

RBC-Analyst Ruairi Cullinane sieht in dem zweiten Bieter einen wichtigen Stimmungswechsel. Solange nur ein Interessent im Rennen war, hätten Anleger stets auch das Scheitern der Transaktion eingepreist. Mit Apollo als Konkurrenz zu Castlelake steige nun die Wahrscheinlichkeit, dass der Deal tatsächlich zustande kommt. Einen offenen Bieterkampf mit weiteren Gebotserhöhungen hält Cullinane allerdings für unwahrscheinlich — Castlelake hatte sein Angebot bereits mehrfach angehoben und dürfte kaum erneut nachlegen.

Nach britischem Übernahmerecht muss Apollo nun bis zum 7. August ein verbindliches Angebot vorlegen. easyJet selbst betont, dass keine Garantie für den endgültigen Abschluss der Transaktion besteht. Bis dahin bleibt der 7. August das Datum, auf das der Markt schaut — erst dann zeigt sich, ob aus der Ankündigung ein bindendes Angebot wird.