EcoGraf hat für sein Epanko-Graphitprojekt in Tansania neue Wirtschaftlichkeitszahlen vorgelegt – und die fallen deutlich konkreter aus, als es bei Rohstoffprojekten oft der Fall ist. Der Kern: Die aktualisierte Machbarkeitsstudie bestätigt robuste Finanzkennzahlen und soll das Projekt zugleich „bankfähig“ für internationale Finanzierer machen. Doch wie belastbar ist dieses Update – und was steckt hinter den verbesserten Werten?

BFS-Update: Mehr Durchsatz, klarere Kalkulation

Die aktualisierte „Bankable Feasibility Study“ (BFS) beziffert den Vorsteuer-Netto-Barwert (NPV) auf 516 Mio. US-Dollar und die interne Rendite (IRR) auf 31,1%. Solche Kennzahlen sind im Projektgeschäft entscheidend, weil sie zeigen sollen, ob sich Bau und Betrieb aus Sicht von Kapitalgebern lohnen.

Ein wesentlicher Hebel kommt aus der Produktionsplanung: Der geplante Anlagendurchsatz steigt laut Studie um 21,7%. Damit soll die Jahresproduktion in den ersten 15 Betriebsjahren auf 73.000 Tonnen Graphitkonzentrat klettern. Möglich wird das durch eine angepasste Minenstrategie: In den ersten 15 Jahren soll ausschließlich Oxiderz gefördert werden. Das soll höhere Durchsätze ermöglichen und Kostenvorteile bringen.

Finanzierung und Abnahme: Warum das Timing wichtig ist

Die BFS wurde parallel zu einem „Independent Engineers Review“ erstellt – ein Schritt, der vor allem auf die Anforderungen internationaler Projektfinanzierung zielt. EcoGraf ordnet das Projekt zudem in eine vertikal integrierte Strategie rund um Batteriematerialien (Anoden) ein. Der Hintergrund ist klar: Mit dem Wachstum von E-Mobilität und stationären Speichern dürfte die Nachfrage nach Naturgraphit weiter steigen.

Für die Finanzierung verweist das Unternehmen darauf, dass die Fremdfinanzierung in einem fortgeschrittenen Stadium sei und von KfW IPEX-Bank angeführt werde. Zusätzlich meldet EcoGraf verbindliche Abnahme- und „in-principle“-Verkaufsvereinbarungen über 40.000 Tonnen pro Jahr – also für einen spürbaren Teil der geplanten Produktion. Solche Offtake-Strukturen können entscheidend sein, weil sie Erlöse planbarer machen und damit Kreditgespräche erleichtern.

Kostenrahmen und Reservebasis

Die Studie kalkuliert mit einem „Life-of-Mine“-Korbpreis von 1.746 US-Dollar je Tonne. Auf dieser Basis werden 85,7 Mio. US-Dollar EBITDA pro Jahr erwartet. Für den Bau werden 181,2 Mio. US-Dollar angesetzt, plus 18,1 Mio. US-Dollar für den Resettlement Action Plan.

Unterlegt wird das Update durch eine aktualisierte Erzreserve von 16,7 Mio. Tonnen mit 8,2% Total Graphitic Carbon (TGC). Gleichzeitig nennt das Unternehmen die Option, die Kapazitäten künftig stufenweise auszubauen, um langfristig höhere Nachfrage bedienen zu können.

Zum Kursbild nur so viel: Der Titel schloss am Freitag bei 0,24 € und liegt damit seit Jahresbeginn 8,64% im Plus – nach dem starken Lauf über zwölf Monate bleibt die Aktie jedoch offensichtlich anfällig für neue Nachrichten rund um Finanzierung und Umsetzung.