EcoGraf meldet sich mit einem deutlichen Kursplus zurück. Nach einer volatilen Phase, in der die Aktie ein neues Jahrestief markierte, sorgt eine Finanzspritze der Europäischen Investitionsbank (EIB) für neues Vertrauen. Das Papier legte am Freitag um fast zehn Prozent auf 0,1438 Euro zu.

Die EIB hat eine Förderung von zwei Millionen Euro offiziell freigeschaltet. Dieses Kapital fließt in Erweiterungsstudien für das Epanko-Graphitprojekt in Tansania. Parallel dazu laufen Anträge auf weitere Fördergelder in Höhe von 4,2 Millionen Euro. Die Mittel sollen helfen, die Graphitprodukte des Unternehmens in die europäische Wertschöpfungskette für Batterien zu integrieren.

Allianz mit Mitsubishi Chemical

Ein zweiter Eckpfeiler der aktuellen Strategie ist die Kooperation mit Mitsubishi Chemical. Beide Partner haben eine Absichtserklärung unterzeichnet, um EcoGrafs Anodenmaterial für den Weltmarkt zu qualifizieren. Eine aktuelle Kostenstudie stützt diesen Plan.

Die firmeneigene Reinigungstechnologie ermöglicht laut Unternehmensangaben Betriebskosten von durchschnittlich 478 US-Dollar pro Tonne. Inklusive der vorgelagerten Lieferkette liegen die Gesamtkosten bei etwa 1.441 US-Dollar. Damit sieht sich das Management preislich wettbewerbsfähig gegenüber etablierten chinesischen Anbietern.

Kreditgarantien und neue Köpfe

Für die Finanzierung der Epanko-Mine führt EcoGraf Gespräche mit der KfW IPEX-Bank. Im Raum steht ein Kreditrahmen von 105 Millionen US-Dollar. Eine UFK-Garantie der Bundesrepublik Deutschland soll das Vorhaben absichern. Um die Kontakte zur deutschen Industrie zu vertiefen, rückt der Manager Sven Olsson in das Kontrollgremium auf. Er soll die Vernetzung mit der europäischen Elektroauto-Sparte vorantreiben.

Trotz der aktuellen Erholung notiert die Aktie seit Jahresbeginn noch immer rund 34 Prozent im Minus. Die Barreserven belaufen sich derzeit auf 3,8 Millionen Australische Dollar. Im kommenden Quartal rücken nun die Verhandlungen über feste Abnahmeverträge in den Fokus. Davon hängt ab, wann die endgültige Investitionsentscheidung für die Produktionsanlagen in Tansania fallen kann.