Der Konflikt zwischen dem aktivistischen Investor Saba Capital und dem Board von Edinburgh Worldwide Investment Trust (EWIT) erreicht eine neue Eskalationsstufe. In einem offenen Brief vom 6. Januar 2026 erhebt Hedge-Fonds-Manager Boaz Weinstein schwere Vorwürfe: Der Verkauf großer Teile der SpaceX-Beteiligung im Oktober 2025 sei zeitlich so gelegt worden, dass er eine geplante Fusion mit dem Baillie Gifford US Growth Trust ermögliche – und das auf Kosten der Aktionäre.
Mysteriöser Verkauf kurz vor der Neubewertung
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Im Oktober 2025 reduzierte EWIT seine SpaceX-Position um 35,4 Prozent – von 13,0 auf 8,4 Prozent des Portfolios. Nur zwei Monate später, im Dezember, bewertete SpaceX seine Anteile auf 800 Milliarden Dollar neu. Saba Capital beziffert den entgangenen Gewinn für EWIT-Anleger auf rund 37 Millionen Pfund, etwa 4,4 Prozent der Gesamtanlagen von 831,55 Millionen Pfund.
Warum verkaufte das Management die „highest conviction position“ ausgerechnet im Oktober? Bloomberg berichtete Anfang Dezember über eine mögliche Bewertung von SpaceX bei 1,5 Billionen Dollar für einen Börsengang 2026. Die tatsächliche Neubewertung erfolgte am 12. Dezember bei 800 Milliarden Dollar – deutlich über dem Verkaufspreis vom Oktober.
War die Fusion längst geplant?
Saba vermutet einen direkten Zusammenhang zwischen SpaceX-Verkauf und Fusionsplänen. Am 2. Dezember 2025 verkündete EWIT „fortgeschrittene Gespräche“ über eine Fusion mit dem US Growth Trust, die Konditionen seien „im Wesentlichen vereinbart“. Solch komplexe Transaktionen benötigen Monate an Vorbereitung – die Gespräche müssen also längst im Oktober gelaufen sein, als SpaceX verkauft wurde.
Der Verdacht: Ohne den Verkauf wäre die Fusion gescheitert. Die kombinierte SpaceX-Position hätte nach einem geplanten Tender über 20 Prozent des Portfolios ausgemacht – zu viel für die steuerliche Anerkennung als Investment Trust nach britischem Recht. Auffällig auch: Von vier Baillie Gifford-Trusts mit SpaceX-Beteiligungen reduzierten nur EWIT (minus 35,4 Prozent) und USA (minus 48,7 Prozent) ihre Positionen signifikant – genau jene beiden, die fusionieren wollten.
Neun Fragen ohne Antworten
In seinem Brief fordert Weinstein bis zum 9. Januar 2026 Aufklärung zu neun konkreten Punkten: Zu welchem Preis und an wen wurde verkauft? Wussten Board und Baillie Gifford von der Dezember-Neubewertung? Wann begannen die Fusionsgespräche? Kommunizierten Chairman Jonathan Simpson-Dent und USA-Chairman Tom Burnet via „verschwindende WhatsApp-Nachrichten“ über die Transaktion?
Der aktivistische Investor behält sich rechtliche Schritte im Namen von EWIT vor, sollten die Antworten ausbleiben oder unbefriedigend ausfallen.
ISS stellt sich gegen Saba – trotzdem droht Machtwechsel
Institutional Shareholder Services (ISS) empfahl am 8. Januar, gegen sämtliche Saba-Vorschläge zu stimmen – bereits die zweite negative Empfehlung innerhalb eines Jahres. Chairman Simpson-Dent warnt Aktionäre, sich nicht von Sabas „Verdrehung der Fakten“ täuschen zu lassen und ignoriert würden die „erheblichen Fortschritte“ nach Umsetzung der Wachstumsstrategie.
Doch Simpson-Dent räumt ein: Saba hält diesmal eine größere Position und damit mehr Stimmrecht als beim ersten Versuch. Er ruft Aktionäre auf, „in großer Zahl“ zu erscheinen, damit Saba nicht „die Kontrolle über das Unternehmen zum Schnäppchenpreis“ übernehme.
Showdown am 20. Januar
Am 9. Januar um 14 Uhr GMT lädt EWIT zu einer Live-Q&A via Investor Meet Company. Fragen können bis 17 Uhr am 8. Januar eingereicht werden. Die entscheidende Hauptversammlung findet am 20. Januar 2026 statt – Stimmabgabe endet am 17. Januar um 12 Uhr, wobei einige Plattformen bereits am 12. Januar schließen.
Saba will sämtliche sechs unabhängigen Direktoren – Simpson-Dent, Mungo Wilson, Caroline Roxburgh, Jane McCracken, Mary Gunn und Gregory Eckersley – absetzen und durch drei eigene Kandidaten ersetzen: Gabi Gliksberg, Michael Joseph und Jassen Trenkow. Die zentrale Frage: Wem vertrauen die Aktionäre mehr – einem Board, das SpaceX zwei Monate vor einer Neubewertung verkaufte, oder einem aktivistischen Investor mit eigenem Agenda?
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