Der französische Bau- und Infrastrukturkonzern Eiffage verzeichnet einen weiteren Erfolg bei der Realisierung von Offshore-Windinfrastruktur. Über die Tochtergesellschaft Smulders hat sich das Konsortium NSORe den Zuschlag für eine zweite deutsche Offshore-Konverterplattform gesichert. Auftraggeber für das Netzanschlussprojekt LanWin3 ist der Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz.

Das Vorhaben besitzt eine erhebliche finanzielle Dimension. Zusammen mit dem Schwesterprojekt LanWin6 beläuft sich das kombinierte Vertragsvolumen beider Plattformen auf rund 2,5 Milliarden Euro. Die anfallenden Arbeiten werden in Mecklenburg-Vorpommern durchgeführt. Für Eiffage bedeutet der Auftrag eine Fortsetzung des Engagements beim Ausbau industrieller Energienetze in deutschen Küstengewässern.

An den Finanzmärkten sorgte der Zuschlag vor dem Wochenende für verhaltene Reaktionen. Im Handel am Freitag gab das Papier um 1,4 Prozent nach und beendete den Handel bei einem Schlusskurs von 106,25 Euro. Auf Jahressicht spiegeln sich die Branchenherausforderungen deutlicher wider: Seit Jahresanfang verzeichnet die Aktie ein Minus von 13 Prozent.

Solide Auftragslage stützt operatives Geschäft

Der erneute Plattformzuschlag fügt sich nahtlos in die strategische Ausrichtung des Konzerns ein, bei Großprojekten der europäischen Energiewende mitzuwirken. Gleichzeitig stärkt die Vereinbarung die Visibilität der Einnahmen für die kommenden Geschäftsjahre in einem fordernden Marktumfeld für die europäische Bauwirtschaft.

Bereits in den Geschäftszahlen für das erste Halbjahr zeichnete sich eine robuste Entwicklung ab. Der Konzernumsatz kletterte auf 12,20 Milliarden Euro, was einem tatsächlichen Zuwachs von 2,3 Prozent entsprach. Auf vergleichbarer Basis wuchs der Erlös leicht. Zugleich legte der Nettogewinn des Konzernanteils im Vorjahresvergleich um 12 Prozent zu.

Der Auftragsbestand im Contracting-Bereich belief sich zur Jahresmitte auf 31,5 Milliarden Euro, was einem Anstieg um 7 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Vor gut drei Wochen bekräftigte das Management bei der Vorlage der Halbjahreszahlen die Zielsetzungen für das laufende Geschäftsjahr.

Für das Gesamtjahr erwartet Eiffage ein Umsatzwachstum in geringerem Umfang als im Vorjahr, stellt jedoch eine weitere Verbesserung des operativen Gewinns und des Jahresüberschusses in Aussicht.

Selektiver Ansatz bei Zukäufen

Dass Eiffage bei der Expansion diszipliniert agiert, zeigte sich am 3. August 2026 bei Verhandlungen auf dem deutschen Infrastrukturmarkt. Die exklusiven Gespräche mit Atlas Arteria über den Erwerb von 100 Prozent der Anteile am Rostocker Warnow-Tunnel wurden ohne Einigung beendet. Die Verhandlungsparteien konnten sich nicht auf für beide Seiten akzeptable finanzielle Konditionen verständigen.

Der Zuschlag für die Konverterplattform LanWin3 unterstreicht damit den Kurs des Konzerns, Wachstum vorrangig über margenstarke Großaufträge im Kerngeschäft abzusichern, anstatt Übernahmen um jeden Preis zu forcieren.