Einzelhandel stellt sich auf sparsamere Weihnachtskunden ein

Der Handelsverband erwartet für November und Dezember 129,2 Milliarden Euro Umsatz; online soll der Zuwachs stärker ausfallen als im stationären Handel.

KI-generiertes Symbolbild
Symbolbild, KI-generiert
Kurz & knapp:
  • Geschenkbudget sinkt leicht auf 262 Euro
  • Zwei Drittel der Händler erwarten Rückgänge
  • Online-Umsatz soll um 4,4 Prozent wachsen
  • Jahresziel: 697,4 Milliarden Euro Erlös

Deutschlands Verbraucher planen für das diesjährige Weihnachtsfest mit stabilen, aber spürbar gedämpften Ausgaben. Im Schnitt wollen die Menschen zum Jahresende 262 Euro für Geschenke ausgeben, was einem Euro weniger entspricht als 2025. Das Niveau früherer Jahre wird damit verfehlt: In den Jahren 2023 und 2024 hatten die Vorabplanungen jeweils noch bei knapp 300 Euro gelegen.

Der Handelsverband Deutschland bewertet die Grundstimmung dennoch als robust. Gut die Hälfte der Verbraucher plant, gleich viel Geld für Geschenke bereitzustellen wie im vergangenen Jahr. Knapp ein Viertel will sich einschränken, während lediglich jeder Zehnte höhere Ausgaben anpeilt.

Hohe Preise bremsen die Ausgabefreude

Hinter der Zurückhaltung stehen vor allem die gestiegenen Lebenshaltungskosten. Höhere Energiepreise belasten viele Haushalte weiterhin spürbar im Alltag. Zwar nehmen viele Konsumenten eine gesamtwirtschaftliche Stabilisierung wahr, rechnen jedoch nicht mit schnellen Zuwächsen im eigenen Budget.

Bei den Händlern herrscht dementsprechend Vorsicht. Zwei Drittel der Handelsunternehmen rechnen mit einem schlechteren Weihnachtsgeschäft als im Vorjahr. Lediglich elf Prozent stellen sich auf bessere Umsätze ein. Eine breite Mehrheit von 85 Prozent der Betriebe geht davon aus, dass Kunden Angebote noch genauer prüfen und gezielter zu günstigeren Alternativen greifen werden.

Zusätzlich belasten steigende Personal- und Energiekosten die Gewinnspannen der Geschäfte. Das traditionell wichtigste Quartal des Jahres verliert damit zwar nicht seine Zugkraft, verlangt den Anbietern aber schärfere Preiskalkulationen ab.

Online-Handel wächst deutlich stärker

Auf den Wunschzetteln dominieren bewährte Geschenke. Gutscheine führen die Liste mit 30 Prozent der Nennungen an, gefolgt von Spielwaren mit 27 Prozent und Büchern mit 25 Prozent. Dahinter liegen Kosmetikartikel und Bekleidung, während gemeinsame Unternehmungen und Selbstgemachtes ebenfalls gefragt bleiben.

Für die entscheidenden Monate November und Dezember rechnet der Branchenverband mit einem nominalen Umsatzplus von zwei Prozent auf 129,2 Milliarden Euro. Nach Abzug der Teuerung verbleibt davon real ein Zuwachs von einem Prozent.

Der Zuwachs verteilt sich ungleich auf die Vertriebswege:
* Der Online-Handel soll in den beiden Monaten um 4,4 Prozent wachsen.
* Das stationäre Geschäft in den Innenstädten legt voraussichtlich um 1,6 Prozent zu.
* Auf das Online-Segment entfällt mittlerweile ein Siebtel des gesamten Umsatzes.

Für das Gesamtjahr 2026 peilt der deutsche Einzelhandel Erlöse von 697,4 Milliarden Euro an. Damit das Jahresziel mit dem erwarteten Plus von zwei Prozent erreicht wird, muss das Spätgeschäft im Dezember die verhaltene Konsumneigung der letzten Monate auffangen.

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Felix Baarz arbeitet seit 2016 als Wirtschaftsjournalist und gehört zur Redaktion der YES Investmedia GmbH.Unter seinem Namen erscheinen auf Trading-Treff seit März 2025 Beiträge zu Aktien, Trading und Indizes sowie zu wirtschaftlichen Rahmenthemen. Schwerpunkte sind Rohstoffwerte sowie KI- und Technologiewerte.Quellen dieses Ressorts: Unternehmensmitteilungen und Pflichtveröffentlichungen, Geschäftsberichte und Quartalszahlen, Kurs- und Handelsdaten der Börsenplätze sowie Meldungen der Nachrichtenagenturen. Bei Index- und Trading-Themen zusätzlich die Zusammensetzung und Anpassungen der Indexanbieter sowie Terminmarktdaten; bei Technologie- und KI-Werten Produktankündigungen und Geschäftszahlen der Unternehmen.Einordnung: Analystenurteile und Kursziele erscheinen als Aussage der jeweiligen Häuser, nicht als Bewertung der Redaktion. Kurs- und Unternehmensangaben geben den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder.