Medienberichten zufolge wird die EU-Kommission voraussichtlich bis Ende Juli grünes Licht für die Rekordübernahme von Electronic Arts (EA) geben. Ein Konsortium unter der Führung des saudi-arabischen Staatsfonds Public Investment Fund (PIF) plant, den US-amerikanischen Publisher für rund 55 Milliarden US-Dollar zu übernehmen und von der Börse zu nehmen.
Zeitplan für die Genehmigung steht fest
Die regulatorische Prüfung der Transaktion erfolgt in zwei Schritten. Bereits für den 22. Juli wird die Entscheidung im Rahmen der allgemeinen Fusionskontrolle erwartet, wobei Beobachter von einer bedingungslosen Genehmigung ausgehen. Ein zweiter kritischer Termin ist der 30. Juli: Bis zu diesem Datum muss die Prüfung unter der neuen EU-Verordnung über drittstaatliche Subventionen (Foreign Subsidies Regulation, FSR) abgeschlossen sein. Bisher hat die Kommission keine wettbewerbsrechtlichen Einwände gegen das Vorhaben erhoben.
Nach dem geplanten Abschluss der Transaktion würde der saudi-arabische Staatsfonds PIF einen Anteil von 93,4 Prozent an Electronic Arts halten. Die verbleibenden Anteile verteilen sich auf die Partner Silver Lake mit 5,5 Prozent und Affinity Partners mit 1,1 Prozent. Der Kaufpreis beläuft sich auf 210 US-Dollar pro Aktie in bar. Damit handelt es sich um den größten sogenannten Leveraged Buyout in der Geschichte der Gaming-Industrie. Zur Finanzierung des Deals stellt die US-Großbank JPMorgan ein Fremdkapitalvolumen von rund 20 Milliarden US-Dollar bereit.
Markt reagiert mit neuem Rekordstand
Das Vertrauen der Investoren in den Abschluss des Milliardengeschäfts spiegelt sich deutlich im Kursverlauf wider. Electronic Arts verzeichnete am Montag einen Schlusskurs Gestern (Montag) von 183,50 €, was gleichzeitig dem aktuellen 52-Wochen-Hoch entspricht. Trotz der positiven Nachrichtenlage mahnen technische Indikatoren zur Aufmerksamkeit: Der RSI (14 Tage) liegt derzeit bei 71,5, was den Wert in den überkauften Bereich rückt.
Institutionelle Anleger nutzten das erste Quartal 2026 für strategische Anpassungen. Die Schweizerische Nationalbank baute ihre Position deutlich aus und erwarb 51.900 zusätzliche Aktien, was einer Steigerung des Bestands um acht Prozent auf nunmehr 704.400 Anteile entspricht. Im Gegensatz dazu reduzierte der Pensionsfonds California Public Employees Retirement System (CalPERS) seine Beteiligung um 14,2 Prozent und trennte sich von 94.001 Papieren.
Management und Standort bleiben stabil
Trotz des Eigentümerwechsels sind vorerst keine radikalen strukturellen Umbrüche geplant. Der Hauptsitz des Unternehmens in Redwood City, Kalifornien, soll ebenso erhalten bleiben wie das aktuelle Management unter der Leitung von CEO Andrew Wilson. Das Konsortium setzt auf die Kontinuität der etablierten Franchises wie EA Sports FC, Madden NFL, The Sims und Battlefield. Im Geschäftsjahr 2026 konnte Electronic Arts Net Bookings in Höhe von 8 Milliarden US-Dollar ausweisen, was die wirtschaftliche Basis für die geplante Privatisierung unterstreicht. Analysten stufen den Titel im Konsens derzeit mehrheitlich mit „Halten“ ein.
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