Novo Nordisk hat am Montag die orale Version seines Blockbuster-Medikaments Wegovy in den USA gelauncht – und damit den Markt für Abnehmpillen gründlich durcheinandergewirbelt. Während die Dänen mit einem Kurssprung von fünf Prozent feierten, musste Eli Lilly Federn lassen: Die Aktie rutschte um 3,5 Prozent ab.

Der Zeitpunkt des Launches dürfte kein Zufall sein. Novo bringt seine FDA-zugelassene Tablette genau in dem Moment auf den Markt, in dem Eli Lilly mit seiner eigenen Abnehmpille noch auf grünes Licht wartet – die Entscheidung wird erst im März erwartet. Bis dahin hat Novo faktisch ein Monopol bei den oral verfügbaren GLP-1-Präparaten zur Gewichtsreduktion.

Aggressive Preisgestaltung setzt Lilly unter Druck

Novo spielt beim Pricing offensiv: Die niedrigste Dosis (1,5 mg) kostet Selbstzahler 149 Dollar pro Monat. Die höheren Dosierungen (9 mg und 25 mg) werden mit 299 Dollar veranschlagt, die 4-mg-Variante steigt ab Mitte April auf 199 Dollar. Zum Vergleich: Eli Lilly hatte angekündigt, seine höheren Dosen bei Zulassung für maximal 399 Dollar pro Monat anzubieten.

Beide Konzerne haben zudem einen Deal mit US-Präsident Donald Trump geschlossen. Demnach bieten sie Einstiegsdosen ihrer Abnehmpillen für 149 Dollar über die neue TrumpRx-Plattform an – sowohl für Medicare- und Medicaid-Versicherte als auch für Barzahler. Die Plattform soll noch im Januar starten.

Wer dominiert den Milliarden-Markt?

Bei den Injektionspräparaten lag Eli Lillys Zepbound zuletzt vor Novos Wegovy – gemessen an den wöchentlichen US-Verschreibungen. Doch mit der Tablette könnte Novo nun eine neue Patientengruppe erschließen: Menschen, die Spritzen scheuen oder mehr Flexibilität im Alltag wünschen.

Die Verfügbarkeit ist gesichert. Anders als beim Injectable-Launch von Wegovy, der von massiven Lieferengpässen geplagt war, hat Novo diesmal vorgesorgt und rechnet mit ausreichenden Beständen. Die Tablette ist ab sofort über CVS, Costco und diverse Telehealth-Anbieter wie Ro, LifeMD oder WeightWatchers erhältlich.

Für Eli Lilly bedeutet das: Der Vorsprung bei den Injektionen schmilzt, und die eigene Pille kommt mindestens zwei Monate zu spät. Kein Wunder, dass Anleger nervös reagieren.