Eli Lilly kämpft an zwei Fronten mit Gegenwind. In den USA eskaliert ein Streit mit Krankenhäusern um Medikamentenrabatte. Parallel dazu drücken staatliche Vorgaben in China auf die Preise für den Hoffnungsträger Mounjaro. Anleger schickten den Pharmariesen daraufhin in eine Korrektur.

Frontalangriff der US-Kliniken

Die American Hospital Association (AHA) wirft dem Konzern eine „außergewöhnliche Maßnahme“ vor. Eli Lilly verweigert Krankenhäusern Rabatte im staatlichen 340B-Programm. Dies gilt für Kliniken, die keine detaillierten Daten zu ihren Forderungen übermitteln. Die Klinikvereinigung fordert nun die US-Regierung zum Eingreifen auf.

Indes belasten Preisnachlässe in Übersee die Bilanz. In China sank der realisierte Preis für das Abnehmpräparat Mounjaro um 13 Prozent. Grund ist die Aufnahme in das nationale Erstattungssystem.

Rekordumsatz trotz Preisdruck

Operativ läuft es dennoch rund. Der Quartalsumsatz schoss um 55,5 Prozent auf 19,8 Milliarden Dollar nach oben. Die Nachfrage nach Medikamenten gegen Adipositas und Diabetes bleibt der wichtigste Treiber.

Mounjaro allein steuerte 8,66 Milliarden Dollar zum Umsatz bei. Das Management hob die Prognose für das Gesamtjahr auf bis zu 85 Milliarden Dollar an. Das Wachstum ist jedoch teuer erkauft.

Hohe Kosten für Forschung und Zukäufe belasteten zuletzt das Ergebnis. Allein die Übernahme von 4E Therapeutics kostete 584 Millionen Dollar. Die Aktie verlor auf Wochensicht rund drei Prozent und schloss bei 954,80 Euro.

Konsolidierung auf hohem Niveau

Damit liegt der Kurs etwa 8,5 Prozent unter seinem Allzeithoch von Anfang Juni. Der langfristige Aufwärtstrend bleibt jedoch intakt. Die Aktie notiert weiterhin deutlich über ihrem Durchschnitt der letzten 200 Tage.

Die Pipeline liefert neue Impulse. Ein Wirkstoffkandidat gegen Myelofibrose zeigte in einer frühen Studie vielversprechende Ergebnisse. Zudem erhielt das Mittel Ebglyss eine wichtige Zulassung für vereinfachte Dosierungen bei Neurodermitis.

Analysten sehen Kursziele von bis zu 1.500 Dollar. Voraussetzung bleibt, dass Eli Lilly die Lieferengpässe und regulatorischen Hürden überwindet.