Energy Vault macht mit einem großen Zukauf in Japan ernst. Der US-Konzern übernimmt ein 850-Megawatt-Portfolio für Batteriespeicher von BayWa r.e. und setzt damit erstmals direkt im japanischen Markt Fuß. Für das Unternehmen ist das mehr als ein Zukauf. Es ist der Startpunkt für ein neues Geschäftsfeld mit laufenden Erträgen.
Der Bestand teilt sich in zwei Blöcke: rund 350 Megawatt in fortgeschrittenen Projekten und weitere 500 Megawatt in einer frühen Entwicklungsphase. Energy Vault holt sich zugleich ein lokales Entwicklungsteam ins Haus. Das bringt Know-how bei Genehmigungen, Flächensicherung und Netzanschlüssen mit. Genau diese Punkte entscheiden in Japan oft über Tempo und Wert eines Projekts.
Fokus auf planbare Erträge
Besonders wichtig ist der Blick auf die Zeitachse. Für die fortgeschrittenen Projekte rechnet Energy Vault mit dem Notice-to-Proceed-Schritt in der zweiten Hälfte 2027. Der kommerzielle Betrieb soll ab Mitte 2028 anlaufen. Vorgesehen sind Speichersysteme mit einer Dauer von drei Stunden. Das passt zum japanischen Netzumfeld, in dem Flexibilität und stabile Einspeisung gefragt sind.
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Mit dem Deal wächst die sogenannte Own-&-Operate-Pipeline des Unternehmens auf etwa 1,1 Gigawatt. Energy Vault schiebt sich damit weiter weg vom reinen Technologieanbieter hin zu einem Infrastruktur- und Softwaremodell mit wiederkehrenden Erlösen. Managementseitig ist die Botschaft klar: Nicht nur Projekte verkaufen, sondern Vermögenswerte länger halten und über den Betrieb verdienen.
Wachstumsstory mit Haken
Auch operativ hat Energy Vault zuletzt geliefert. Im ersten Quartal 2026 setzte das Unternehmen 21,9 Millionen Dollar um, ein Plus von 156 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Unter den Erwartungen blieb der Wert dennoch. Die Umsatzprognose für das Gesamtjahr steht weiter bei 225 bis 300 Millionen Dollar. Das ist eine breite Spanne, aber immerhin eine bestätigte Orientierung.
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An der Börse ist die Aktie längst kein Leisetreter mehr. Auf 12-Monats-Sicht steht ein Plus von 449,37 Prozent zu Buche, der Kurs liegt mit 4,55 Euro aber noch rund 13 Prozent unter dem Hoch von 5,23 Euro. Der Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt beträgt fast 41 Prozent, der RSI liegt bei 48,3. Die hohe Volatilität von 112,45 Prozent zeigt: Die Aktie bleibt ein Spielball der Erwartungen.
Entscheidend wird nun, wie schnell Energy Vault die japanischen Projekte vom Portfolio in den Betrieb bringt. Wenn die geplanten Zeitpunkte für 2027 und 2028 halten, könnte der Deal zu mehr als nur einem Markteintritt werden. Dann stützt er auch die Aussicht auf über 180 Millionen Dollar jährliches wiederkehrendes EBITDA aus dem japanischen Bestand.
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