Engie treibt seine internationale Expansion massiv voran. In Südamerika und Europa sichert sich der französische Energiekonzern neue Großprojekte. Marktbeobachter reagieren jedoch vorsichtig auf die ehrgeizigen Pläne.
Expansion in Brasilien und Peru
Die brasilianische Tochter Engie Brasil bereitet eine umfangreiche Kapitalmaßnahme vor. Das Unternehmen plant eine Aktienemission im Volumen von bis zu 10,5 Milliarden Real. Mit den Erlösen will der Konzern eine 40-prozentige Beteiligung am Wasserkraftwerk Jirau übernehmen. Die Anlage verfügt über eine Leistung von 3.750 Megawatt.
Engie baut parallel dazu sein Stromnetz in Peru aus. Eine neue Konzession sichert den langfristigen Betrieb von 400 Kilometern Leitungen für 30 Jahre. In Spanien setzt der Konzern derweil auf moderne Speichertechnik. Ein Vertrag über 625 Megawattstunden Batteriekapazität soll ab 2028 die Netzstabilität stützen.
Skepsis trotz Kursplus
An der Börse trübte sich die Stimmung zuletzt ein. Analysten stuften das Papier jüngst von „Kaufen“ auf „Verkaufen“ herab. Mit einem Kurs von 27,46 Euro notiert die Aktie rund acht Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch. Dennoch verbuchen Anleger seit Jahresbeginn ein Plus von über 19 Prozent.
Investoren richten ihren Blick nun auf die Bilanzvorlage Ende Juli 2026. Das Management muss erklären, wie es die gewaltige Pipeline finanzieren will. Diese umfasst Projekte mit einer Gesamtleistung von 118 Gigawatt. Damit will Engie seine bisher installierte Kapazität von 53 Gigawatt mehr als verdoppeln.
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