eQ Oyj Aktie: Übersehene Stolpersteine?

Die finnische Vermögensverwaltung eQ meldet für 2025 einen Gewinneinbruch von 21 Prozent und kürzt die Dividende. Als Reaktion stellt der neue CEO eine Wachstumsstrategie mit dem Ziel einer Gewinnverdopplung bis 2030 vor.

eQ Oyj Aktie
Kurz & knapp:
  • Nettogewinn bricht um 21 Prozent ein
  • Dividendenausschüttung sinkt um ein Fünftel
  • Neue Strategie zielt auf Verdopplung des Betriebsgewinns
  • Schwieriges Marktumfeld belastet Immobiliengeschäft

Die finnische eQ Plc hat am 3. Februar 2026 ihre Zahlen für das Geschäftsjahr 2025 vorgelegt – und die fallen deutlich schwächer aus als im Vorjahr. Der Nettogewinn brach um 21 Prozent auf 21,6 Millionen Euro ein, der Betriebsgewinn sank von 34,5 auf 27,4 Millionen Euro. Noch drastischer fiel der Rückgang im vierten Quartal aus: Trotz eines Anstiegs des Betriebsgewinns um 15 Prozent auf 8,0 Millionen Euro konnte das schwache Gesamtjahr nicht mehr aufgeholt werden.

Verantwortlich für den Gewinnrückgang waren vor allem die Segmente Corporate Finance und Investments. Das Corporate Finance-Geschäft rutschte mit einem operativen Verlust von 1,4 Millionen Euro tief in die roten Zahlen – ein Jahr zuvor hatte man noch 1,5 Millionen Euro Gewinn erwirtschaftet. Der Umsatz brach von 5,3 auf magere 1,7 Millionen Euro ein. Grund: Die Zahl der Fusionen, Übernahmen und Immobilientransaktionen in Finnland blieb deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt.

Immobilienfonds unter Druck

Auch das Asset-Management-Segment musste Federn lassen. Die Nettoumsatzerlöse sanken um 3 Prozent auf 56,9 Millionen Euro, der Betriebsgewinn fiel um 5 Prozent auf 32,0 Millionen Euro. Besonders die Verwaltungsgebühren im Immobilienbereich gingen zurück. Die offenen Immobilienfonds eQ Commercial Properties und eQ Community Properties mussten Rücknahmen verschieben – ein deutliches Zeichen für die anhaltenden Schwierigkeiten am finnischen Immobilienmarkt.

Das verwaltete Vermögen stieg zwar leicht von 13,4 auf 13,8 Milliarden Euro, doch ohne die Berichtsdienstleistungen schrumpfte es von 10,4 auf 10,2 Milliarden Euro. Während Private-Equity-Fonds wie der eQ PE XVII US mit 190 Millionen US-Dollar und der neue eQ Residential III mit 49 Millionen Euro frisches Kapital einsammelten, blieb das Exit-Geschäft weiterhin schwach.

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Dividende sinkt um ein Fünftel

Die Aktionäre bekommen die Gewinneinbußen direkt zu spüren: Der Vorstand schlägt eine Dividende von 0,52 Euro je Aktie vor – das sind 21 Prozent weniger als die 0,66 Euro des Vorjahres. Der Gewinn je Aktie sank entsprechend von 0,66 auf 0,52 Euro.

Positiv entwickelte sich immerhin die Eigenkapitalrendite: Im vierten Quartal kletterte sie auf 38,2 Prozent, nachdem sie im Gesamtjahr bei 30,3 Prozent lag. Die Cost-Income-Ratio verschlechterte sich allerdings von 47,4 auf 52,9 Prozent – auch wenn sie im Schlussquartal auf 48,0 Prozent zurückging.

Strategie 2030: Gewinnverdopplung als Ziel

Als Reaktion auf die schwache Entwicklung stellte CEO Jouko Pölönen, der das Amt am 1. September 2025 übernommen hatte, am selben Tag eine neue Strategie vor. Bis 2030 will eQ den Betriebsgewinn verdoppeln und die Cost-Income-Ratio unter 50 Prozent drücken. Das Wachstum soll vor allem aus drei Bereichen kommen: Private Equity für kleine und mittlere Unternehmen, Ausbau der Position als führender Immobilien-Asset-Manager in Finnland sowie Expansion zu internationalen institutionellen Kunden und finnischen Privatkunden.

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Dafür investiert eQ in Personal, Technologie und digitale Dienste. Mit dem ersten Parallelfonds eQ PE Direct I hat man bereits einen neuen Produkttyp auf den Markt gebracht. Pölönen setzt dabei vor allem auf organisches Wachstum, schließt aber auch wertsteigernde Übernahmen nicht aus.

Ausblick bleibt verhalten

Für 2026 rechnet eQ mit weiter sinkenden Verwaltungsgebühren im Immobilienbereich. Die Private-Equity-Gebühren sollen hingegen steigen – zumal Ende 2025 ein Programmfonds in die Performance-Fee-Phase eintrat und drei weitere 2026 folgen sollen. Allerdings hängt viel davon ab, ob sich der finnische Immobilienmarkt erholt. Trotz gestiegener Transaktionsvolumina im Jahresverlauf 2025 bleibt die Marktliquidität historisch niedrig. Die Renditeerwartungen sind nicht gesunken, obwohl die Zinsen in Europa deutlich gefallen sind.

Parallel zur Strategievorstellung erneuerte eQ auch sein Management-Team. Neben CEO Pölönen gehören ihm sieben weitere Mitglieder an, darunter CFO Antti Lyytikäinen und die CEOs der beiden Geschäftsbereiche Asset Management (Tero Estovirta) und Corporate Finance (Jacob af Forselles). Das Asset Management wird künftig in die drei Bereiche Private Equity, Immobilien sowie Aktien und Anleihen unterteilt.

Ob die ambitionierte Strategie 2030 aufgeht, wird sich zeigen müssen. Aktuell kämpft eQ mit einem schwierigen Marktumfeld, schrumpfenden Gebühren im Kerngeschäft und einer sinkenden Dividende.

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