Equinor zeigt zwei Seiten derselben Aktie. Der norwegische Energiekonzern erhöht die Ausschüttung und schiebt den nächsten Rückkauf an. Parallel wächst der Druck unabhängiger Aktionäre auf die Klimastrategie. Die Staatsmehrheit hält den Kurs stabil, nimmt dem Konflikt aber nicht die Bedeutung.
Mehr Geld zurück an Aktionäre
Auf der Hauptversammlung am 12. Mai 2026 billigten die Aktionäre den Jahresabschluss für 2025. Sie genehmigten auch eine Bardividende von 0,39 US-Dollar je Aktie für das vierte Quartal. Das sind 0,02 US-Dollar mehr als im Vorquartal.
Die Aktie handelt in Oslo seit dem 13. Mai ex Dividende. Für US-ADR-Inhaber gilt der 15. Mai. Die Auszahlung wird für den 27. Mai erwartet.
Der Kern ist klar: Equinor hält an hohen Kapitalrückflüssen fest. Das stützt die Investmentstory, gerade bei Anlegern mit Fokus auf Ausschüttungen.
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Rückkaufprogramm läuft weiter
Die zweite Tranche umfasst bis zu 375 Millionen US-Dollar. Davon kauft der Konzern Aktien für bis zu 123,8 Millionen US-Dollar am Markt. Sie soll spätestens am 20. Juli enden.
Ein unabhängiger Dritter führt die Käufe aus und trifft die Handelsentscheidungen selbst. Der norwegische Staat will anteilig Aktien einziehen lassen, damit sein Anteil bei 67 Prozent bleibt. Das für 2026 angekündigte Gesamtprogramm beläuft sich auf bis zu 1,5 Milliarden US-Dollar.
An der Börse wirkt die Nachricht eher stabilisierend als treibend. Die Aktie notiert bei 32,20 Euro und liegt heute nur 0,03 Prozent im Plus. Seit Jahresanfang steht aber ein Anstieg von 54,21 Prozent zu Buche.
Klimadruck bleibt sichtbar
Keiner der sieben Aktionärsanträge fand eine Mehrheit. Der Klimaantrag von Follow This erhielt jedoch Rückhalt von 21 Prozent der unabhängigen Aktionäre. Ein Antrag zur Exploration in der Barentssee kam auf 9 Prozent der nichtstaatlichen Investoren.
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Das reicht nicht für einen Kurswechsel. Es zeigt aber, dass ein wachsender Teil der freien Aktionäre die Strategie kritischer sieht. Kein Wunder, dass die Klimadebatte trotz klarer Abstimmungslage nicht verschwindet.
Rückenwind kam auch von Analystenseite. Grupo Santander-Analyst Alejandro Vigil hob Equinor am 11. Mai auf „Outperform“ an und setzte das Kursziel auf 415 norwegische Kronen.
Operativ lieferte der jüngste Quartalsbericht die Basis dafür. Equinor erzielte ein bereinigtes operatives Ergebnis von 9,77 Milliarden US-Dollar. Nach Steuern blieben bereinigt 2,86 Milliarden US-Dollar.
Für die nächsten Quartale stellt Equinor Dividenden auf dem Niveau der jüngsten Ausschüttung in Aussicht, jeweils abhängig vom Vorstandsbeschluss. Weitere Rückkauftranchen will der Vorstand quartalsweise festlegen. Damit bleibt der Kapitalrückfluss intakt, während die Klimafrage auf der Eigentümerseite weiter Druck aufbaut.
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