Equinor sortiert sein norwegisches Portfolio neu. Der Staatskonzern hat mit Vår Energi einen umfangreichen Asset-Tausch vereinbart – und gibt dabei eine Beteiligung an einer Gas-Entdeckung ab, um sich auf dem zentralen Troll-Fram-Feld zu verstärken.
Deal zwischen Gjøa und Troll
Konkret überlässt Equinor Vår Energi seinen 32,5-Prozent-Anteil an der Peon-Gas-Entdeckung mitsamt der Betriebsführung. Peon liegt rund 60 Kilometer von der Gjøa-Plattform entfernt und wird auf 105 bis 195 Millionen Barrel Öläquivalent geschätzt. Die Entwicklung soll über eine Anbindung an Gjøa erfolgen, das Gas wäre für die Kårstø-Terminal bestimmt.
Im Tausch erhält Equinor fünf Prozent am Fram-Feld – und klettert dort auf insgesamt 50 Prozent. Hinzu kommen Anteile an den Entdeckungen Grosbeak, Mulder und Grønngylt. Norwegische Behörden müssen dem Deal noch zustimmen, rückwirkend zum 1. Januar 2026 soll er gelten.
Das Ziel: Equinor bündelt seine Aktivitäten in den profitabelsten Förderregionen. Ähnliche Swaps hatte der Konzern zuvor bereits mit Aker BP und DNO abgeschlossen.
Aktienrückkauf läuft
Parallel zur Portfolio-Optimierung setzt Equinor sein milliardenschweres Rückkaufprogramm fort. In der letzten Juniwoche erwarb das Unternehmen 476.100 eigene Aktien zum Durchschnittskurs von 312,89 Norwegischen Kronen. Insgesamt hält Equinor nun gut 67,6 Millionen eigene Aktien – rund 2,64 Prozent des Grundkapitals.
Die Aktie notiert aktuell bei 27,47 Euro, ein Plus von 0,8 Prozent zum Vortag. Gemessen am 50-Tage-Durchschnitt von 31,63 Euro liegt der Kurs allerdings rund 13 Prozent zurück. Der RSI von 33,3 signalisiert: Die Aktie ist technisch gesehen fast überverkauft.
Das Sentiment unter Analysten bleibt gespalten. Barclays bewertet die Aktie mit „Sell“ und einem Kursziel von 330 Norwegischen Kronen. Andere Marktbeobachter haben ihre Gewinnschätzungen für 2026 dagegen leicht angehoben – auf im Schnitt 5,32 Dollar je Aktie.
Für Equinor ist der Tausch ein weiterer Baustein, um die alternden Felder auf dem norwegischen Festlandsockel durch Fokussierung auf die ergiebigsten Hubs auszugleichen. Ob das reicht, um die langfristigen Produktionsziele zu halten, dürfte sich in den kommenden Quartalen zeigen.
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