Equinor hält den Gas- und Kondensatfund Afrodite nach einer Bewertungsbohrung für wirtschaftlich nutzbar und will mögliche Entwicklungskonzepte prüfen. Wie das Unternehmen am 29. Oktober mitteilte, haben sich die geschätzten förderbaren Mengen mehr als verdoppelt. Sie liegen bei 77 bis 180 Millionen Barrel Öläquivalent.

Der Fund liegt nahe Kvitebjørn. Nach Unternehmensangaben bestätigte eine im Herbst 2026 gebohrte Seitenbohrung die höheren Mengen.

Höhere Produktionsprognose nach Quartalszahlen

Am 28. Oktober hatte Equinor seine Wachstumsprognose für die Öl- und Gasproduktion angehoben. Für 2026 erwartet das Unternehmen einen Zuwachs von rund 4% statt der zuvor veranschlagten 3%. Im dritten Quartal war die Produktion um 2% gestiegen.

Das bereinigte operative Ergebnis erreichte im dritten Quartal 2026 nach Unternehmensangaben USD 12,35 Milliarden. Der bereinigte Nettogewinn belief sich auf USD 2,86 Milliarden.

Reuters bezifferte das bereinigte Ergebnis vor Steuern auf USD 12,4 Milliarden. Damit lag es über der durchschnittlichen Analystenschätzung von USD 12,19 Milliarden aus der Reuters-Umfrage.

Auch die Ausschüttung steht fest: Equinor kündigte für das dritte Quartal 2026 eine Bardividende von USD 0,39 je Aktie an. Die Zahlung ist für den 26. Februar 2027 vorgesehen.

Ölmarkt liefert Gegenwind

Der Ölmarkt belastete gestern die Aktien von Ölunternehmen. Reuters berichtete von einem zwischenzeitlichen Einbruch der Ölpreise um nahezu 9% über Nacht, nachdem sich Anzeichen einer möglichen Entspannung zwischen den USA und Iran gezeigt hatten. Anschließend erholten sich die Preise, während Anleger die Aussichten auf ein Ende des Iran-Kriegs neu bewerteten.

Heute berichtete Reuters zudem über Anzeichen eines erneuten Angebotsüberschusses, weil hohe Preise die Nachfrage dämpfen. Die Agentur verwies auf Schätzungen eines weltweiten Überschusses von 1,1 Millionen Barrel täglich im September und 1,4 Millionen Barrel täglich im Oktober.

Die angehobene Prognose überzeugt mich nur zum Teil, weil Equinor für 2026 rund 4% Produktionszuwachs erwartet, im dritten Quartal aber nur 2% Plus meldete. Überzeugt bin ich erst, wenn der Zuwachs für das ganze Jahr 2026 tatsächlich bei rund 4% landet.