Ein neuer Gasfund in der Nordsee und spürbarer Rückenwind von den Rohstoffmärkten treiben die Aktie von Equinor am heutigen Donnerstag an. Das Papier legte im Tagesverlauf um 3,3 Prozent auf 38,54 Euro zu.

Neben operativen Fortschritten stützt das Marktumfeld die Notierung: Laut Reuters kletterten die Ölpreise um knapp vier Prozent, ausgelöst durch zunehmende Angriffe auf die Schifffahrt im Persischen Golf sowie in der Straße von Hormus und die damit verbundenen Sorgen um die Versorgung aus dem Nahen Osten.

Erschließungserfolg bei Gullfaks South

Operativ vermeldete das norwegische Energieunternehmen heute eine Entdeckung bei Gullfaks South. Nach Angaben des Konzerns belaufen sich die förderbaren Ressourcen auf geschätzte 0,5 bis 1,6 Millionen Standardkubikmeter Öläquivalente. Das entspricht einer Spanne von 3,3 bis 10,3 Millionen Barrel Öläquivalent.

Der Fund erweitert das Potenzial des etablierten Gullfaks-Feldes. Equinor nutzt bei solchen Projekten gezielt die bestehende Infrastruktur in der Region, um neue Funde zügig und kosteneffizient an das Fördersystem anzubinden.

Weichenstellungen von der Barentssee bis Brasilien

Auch abseits der Nordsee treibt das Management die Projektpipeline voran. Gestern passte der Konzern die Kostenschätzung für das Projekt Snøhvit Future in der Barentssee auf 26,5 Milliarden NOK im Wert von 2026 an, hielt dabei jedoch am bisherigen Zeitplan fest.

Parallel dazu sicherte sich das Unternehmen gemeinsam mit dem Partner Galp den brasilianischen Rodocrosita-Block im Santos-Becken. Equinor tritt dabei mit einem Anteil von 70 Prozent als Betreiber auf, während Galp 30 Prozent hält.

Herausforderungen zeichnen sich hingegen in Großbritannien ab. CEO Anders Opedal warnte am Dienstag, dass ausbleibende Genehmigungen für die Vorhaben Rosebank und Jackdaw einen schweren Rückschlag für das Gemeinschaftsunternehmen Adura mit Shell bedeuten würden.

Ausblick auf das dritte Quartal

Für die anstehende Zwischenbilanz hat der Konzern die Erwartungen im operativen Handel bereits abgesteckt. Die Sparte Marketing, Midstream and Processing rechnet für das dritte Quartal 2026 mit einem Ergebnis über der bisherigen Zielmarke von $400 Millionen. Als Treiber nannte Equinor ungewöhnlich starke europäische Raffineriemargen sowie Optimierungen im Handel mit Flüssigerdgas.

Am 28. Oktober 2026 wird das Unternehmen die bereinigten Ergebnisse für das dritte Quartal offiziell vorlegen. Die Analysten wurden bereits eingeladen, ihre Schätzungen einzureichen. Nach den jüngsten Kursgewinnen notiert die Aktie mit einem Abstand von nur noch 2,8 Prozent knapp unter ihrem 52-Wochen-Hoch.