Equinor steht ein Führungswechsel bevor. Der Nominierungsausschuss hat Jarle Roth als neuen Aufsichtsratsvorsitzenden vorgeschlagen. Ende Juni stimmt die Unternehmensversammlung ab, im Juli 2026 soll der Wechsel vollzogen sein.
Roth kam erst im Dezember 2025 in den Aufsichtsrat. Er beerbt Jon Erik Reinhardsen, der den Vorsitz seit 2017 innehat. Für den Stellvertreterposten schlägt der Ausschuss erneut Anne Drinkwater vor. Weitere Mitglieder wie Finn Bjørn Ruyter oder Haakon Bruun-Hanssen sollen ebenfalls wiedergewählt werden. Die neue Führung wäre bis zur Jahreshauptversammlung im Juni 2027 im Amt. Roth bringt Erfahrung als CEO mehrerer norwegischer Firmen mit – unter anderem von Eksportkreditt Norge und der Umoe Group.
Exploration und Streikrisiko
Parallel zum Führungswechsel treibt Equinor die Nordsee-Exploration voran. Gemeinsam mit Wellesley Petroleum startet der Konzern ein Joint Venture. Ziel sind Hochdruck- und Hochtemperaturlagerstätten (HPHT). Geplant sind bis zu 15 Bohrlöcher zwischen 2027 und 2030. Die ersten Bohrungen sollen 2027 anlaufen.
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Ein weiteres Thema: die norwegische Öl- und Gasförderung droht zu stocken. Rund acht Prozent der Offshore-Belegschaft haben Streiks angekündigt, falls die staatlich vermittelten Lohnverhandlungen scheitern. Norwegen ist ein wichtiger Gaslieferant für Europa. Die Märkte beobachten die Lage genau.
Mit einem Kurs von 32,36 Euro liegt die Equinor-Aktie am Montag 3,52 Prozent im Plus. Das Papier notiert damit knapp unter dem 50-Tage-Durchschnitt, aber rund 31 Prozent über der 200-Tage-Linie. Analysten bewerten die Aktie mit „Halten“ und einem Kursziel von 376 Norwegischen Kronen (entspricht rund 29 Euro).
Die Unternehmensversammlung Ende Juni wird entscheiden, ob Roth den Vorsitz übernimmt. Bleiben die Streiks aus und die Exploration läuft planmäßig, hat Equinor klare Perspektiven für die zweite Jahreshälfte.
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