Der Nahost-Krieg stört die globalen Energielieferungen, und Equinor profitiert davon. Der norwegische Konzern hat im dritten Quartal fast doppelt so viel verdient wie ein Jahr zuvor. Zugleich hebt er sein Produktionsziel an.

Gewinn verdoppelt, Erwartungen übertroffen

Das bereinigte Ergebnis vor Steuern stieg auf 12,34 Milliarden Dollar, nach 6,22 Milliarden im Vorjahresquartal. Von Equinor befragte Analysten hatten im Schnitt mit 12,19 Milliarden Dollar gerechnet. Es ist der höchste Wert seit fast vier Jahren.

Unter dem Strich blieb ein Nettogewinn von 2,54 Milliarden Dollar. Das bereinigte Ergebnis je Aktie lag bei 1,20 Dollar.

Treiber waren höhere Öl- und Gaspreise. Equinor erzielte in Europa im Schnitt 20 Dollar je Million britischer Wärmeeinheiten für Gas und 92,30 Dollar je Barrel Flüssigprodukte. Hinzu kamen kräftige Raffineriemargen und ein starkes LNG-Handelsgeschäft. Im Segment Marketing, Midstream und Processing half besonders die Raffinerie Mongstad.

Mehr Förderung, mehr Ausschüttung

Die eigene Öl- und Gasproduktion legte um 2 Prozent auf 2,166 Millionen Barrel Öläquivalent pro Tag zu. Für 2026 erwartet der Konzern nun ein Produktionswachstum von rund 4 Prozent gegenüber 2025. Bisher hatte er etwa 3 Prozent angepeilt.

Auch die Aktionäre bekommen mehr. Der Vorstand beschloss eine Quartalsdividende von 0,39 Dollar je Aktie. Dazu kommt die letzte Tranche des laufenden Rückkaufprogramms über bis zu 1,125 Milliarden Dollar, die am 29. Oktober beginnen soll.

Verwaltungsrätin verkauft Aktien

Am Berichtstag meldete Equinor zudem einen Insiderverkauf. Verwaltungsratsmitglied Hilde Møllerstad veräußerte am 28. Oktober 1.662 Aktien zu 442,50 norwegischen Kronen. Das liegt leicht über dem Schlusskurs vom Vortag von 440,50 Kronen. Ein Signal muss das nicht sein, solche Verkäufe haben oft private Gründe.

Konkreter Termin ist der Start der Rückkauftranche am 29. Oktober. Sie liefert dem Kurs in den kommenden Wochen eine zusätzliche Nachfragequelle, während die Preise für Öl und europäisches Gas die Ergebnisbasis für das Schlussquartal bestimmen.