Der norwegische Energieriese meldet für das vierte Quartal 2025 einen bereinigten Betriebsgewinn von 6,20 Milliarden US-Dollar – doch gleichzeitig kündigt das Management drastische Sparmaßnahmen an. Was steckt hinter dieser widersprüchlichen Botschaft?
Die Zahlen zum Jahresende lesen sich zunächst beeindruckend: Die Produktion kletterte im vierten Quartal um 6 Prozent auf 2.198 mboe pro Tag, für das Gesamtjahr 2025 erreichte Equinor mit durchschnittlich 2.137 mboe täglich einen historischen Höchstwert. Ein Plus von 3,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Neue Felder wie Johan Castberg und Halten East trugen wesentlich zu diesem Erfolg bei.
Doch CEO Anders Opedal sendet parallel ein deutliches Signal: Der Konzern muss schlanker werden. Die geplanten Investitionsausgaben für 2026 und 2027 werden um satte 4 Milliarden Dollar zusammengestrichen. Hauptsächlich betroffen sind die Bereiche Erneuerbare Energien und CO2-arme Projekte.
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Operative Kosten sollen um 10 Prozent fallen
Die Führungsetage nimmt sich für 2026 vor, die Betriebskosten um zehn Prozent zu senken. Dies soll durch konsequente Kostenkontrolle und die Optimierung des Portfolios erreicht werden. Gleichzeitig hält Equinor an jährlichen Investitionen von rund 10 Milliarden Dollar ins Öl- und Gasgeschäft fest.
Der bereinigte Nettogewinn für das vierte Quartal lag bei 2,04 Milliarden Dollar, was einem Gewinn je Aktie von 0,81 Dollar entspricht. Der berichtete Nettobetriebsgewinn von 5,49 Milliarden Dollar fiel allerdings deutlich unter den Wert des Vorjahresquartals von 8,74 Milliarden Dollar. Verantwortlich dafür waren Abschreibungen in Höhe von 626 Millionen Dollar in den Segmenten Erneuerbare Energien, internationale Exploration sowie Norwegen.
Dividende steigt – Aktienrückkauf gedrosselt
Für das vierte Quartal 2025 schlägt der Vorstand eine Erhöhung der Dividende auf 0,39 Dollar je Aktie vor – zwei Cent mehr als im Vorquartal. Die Hauptversammlung am 12. Mai 2026 muss dem noch zustimmen. Ex-Tag an der Osloer Börse ist der 13. Mai, an der NYSE der 15. Mai. Die Zahlung erfolgt am 27. Mai 2026.
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Beim Aktienrückkaufprogramm zeigt sich die neue Zurückhaltung deutlich: Für 2026 plant Equinor Rückkäufe von bis zu 1,5 Milliarden Dollar – deutlich weniger als die 5 Milliarden Dollar, die 2025 zurückgekauft wurden. Die erste Tranche von 375 Millionen Dollar startete am 5. Februar und läuft bis spätestens 30. März 2026.
Strategischer Kurswechsel bei den Klimazielen
Bemerkenswert ist auch die Anpassung der Klimaambition: Die angestrebte Reduktion der Netto-Kohlenstoffintensität für 2030 wurde auf 5-15 Prozent angehoben, für 2035 auf 15-30 Prozent. Der Konzern begründet dies mit veränderten Marktbedingungen und weniger wertschöpfenden Möglichkeiten im Bereich der Erneuerbaren.
Trotz der Sparmaßnahmen erwartet Equinor für 2026 ein weiteres Produktionswachstum von rund 3 Prozent. Etwa 30 Explorationsbohrlöcher sind geplant, neue Lizenzen in Norwegen, Brasilien und Angola wurden gesichert. Die Kapitalrendite soll bei rund 13 Prozent für 2026/27 liegen.
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