Die Erste Group drückt aufs Tempo. Gemeinsam mit ihrer polnischen Tochter stemmt die Bank eine Rekordfinanzierung in Warschau – der bislang größte gemeinsame Immobilien-Deal seit dem Polen-Ausbau.

172 Millionen für ein Prestigeprojekt

Im Zentrum steht „Elektrownia PowiÅ›le“, ein Mixed-Use-Projekt auf 54.000 Quadratmetern. Büros, Läden, Gastronomie, Hotel- und Wohnflächen verteilen sich auf dem Gelände. Die Refinanzierungssumme: 172 Millionen Euro.

Die Transaktion zählt zu den größten Einzelimmobilien-Deals Polens im laufenden Jahr 2026. Günther Artner, Leiter Commercial Real Estate bei der Erste Group, spricht von einer stabilen und institutionell attraktiven Anlageklasse.

Zwei weitere Finanzierungen

Die Erste Bank Polska war am Freitag an weiteren Deals beteiligt:

  • Newgate-Portfolio: 72 Millionen Euro Fremdkapital für 14 Retail-Parks in Polen
  • Gemini-Apotheken: Als Teil eines sechsköpfigen Konsortiums (mit ING und PKO BP) beteiligt sich die Bank an einer Milliarden-Zloty-Finanzierung (ca. 230 Millionen Euro) für die Apothekenkette. Die Mittel fließen in Refinanzierung und Franchise-Ausbau.

Die Aktie notiert am Freitag bei 119,40 Euro – ein minimales Plus von 0,08 Prozent. Damit liegt das Papier nur 0,33 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 119,80 Euro. Der RSI von 72,9 zeigt: charttechnisch nähert sich der Titel dem überkauften Bereich.

Diversifizierung als Strategie

Während die Bank in Polen expandiert, steht der Heimatmarkt vor regulatorischen Diskussionen. Österreichische Institute fordern eine Lockerung der Kapitalpuffer für Gewerbeimmobilienkredite. Steigende Anforderungen und sinkende Bauinvestitionen belasten das Umfeld.

Die Erste Group setzt dagegen auf Wachstumsmärkte. Polen soll die Abhängigkeit von einzelnen Ländern reduzieren. Die nächsten Impulse für die Aktie kommen mit dem Quartalsbericht.