Die polnische Hypotheken-Krise holt die Erste Group erneut ein. Die Tochter Erste Bank Polska hat die Rückstellungen für Rechtsrisiken bei Fremdwährungskrediten drastisch erhöht. Die Folge: eine satte Belastung von 438,4 Millionen Zloty im zweiten Quartal 2026.
Rückstellungen wegen Franken-Krediten
Im Fokus stehen Darlehen, die polnische Kunden einst in Schweizer Franken aufnahmen. Viele Banken kämpfen dort seit Jahren mit Klagen von Kreditnehmern, die unzulässige Vertragsklauseln anfechten. Die Erste Group passt nun ihre Schätzparameter an – und stockt die Vorsorgen massiv auf.
Parallel dazu meldete auch die mBank ähnliche Belastungen von 115,5 Millionen Zloty. Die Branche bleibt unter Druck.
Kurs zeigt sich unbeeindruckt
Trotz der Millionen-Nachricht hält sich die Erste Bank Aktie stabil. Sie notiert am Dienstag bei 116,90 Euro – ein Plus von 1,48 Prozent. Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 117,90 Euro beträgt lediglich 0,85 Prozent.
Auf Jahressicht steht ein Plus von 61,69 Prozent. Der RSI liegt bei 71,0 Punkten, der Kurs weit über dem 200-Tage-Durchschnitt von 98,68 Euro. Der langfristige Aufwärtstrend ist intakt.
Comeback am 31. Juli
Der Halbjahresbericht wird Aufschluss geben. Die Erste Bank Polska will dort die genauen Auswirkungen der Rückstellungen offenlegen. Der Bericht soll im Laufe des Julis erscheinen.
Bleibt abzuwarten, ob die aktuelle Vorsorge ausreicht. Das polnische Krediterbe sorgt weiter für Unruhe in der Bilanz. Das operative Geschäft in anderen Märkten läuft indes stabil.
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