Der österreichische Bankkonzern Erste Group läuft derzeit zur Höchstform auf. Am Donnerstag kletterte die Aktie auf ein neues 52-Wochen-Hoch bei 116,20 Euro. Das entspricht einem Tagesplus von 1,84 Prozent.
Seit Jahresbeginn steht ein Gewinn von 11,62 Prozent zu Buche. Über zwölf Monate gerechnet sind es sogar 62,40 Prozent. Die Dynamik ist enorm.
Barclays sieht weiteres Potenzial
Die britische Investmentbank Barclays bleibt optimistisch. Analyst Krishnendra Dubey bestätigte das „Overweight“-Rating und das Kursziel von 123 Euro. Damit liegt die Prognose rund sechs Prozent über dem aktuellen Kurs.
In der Analyse heißt es: Der Konzern sei trotz steigender Kurse weiter unterbewertet. Grund sind die überdurchschnittlichen Renditen und die starke Ertragsdynamik in Zentral- und Osteuropa.
Ein offener Punkt bleibt die Kapitalallokation. Barclays erwartet sich vom Quartalsbericht im Juli mehr Klarheit zur Polen-Strategie. Konkret: ob die Erste Group ihren Anteil an der polnischen Tochter über 49 Prozent aufstockt. Allerdings nur unter Wahrung der Kapitaldisziplin.
Technisch überhitzt
Die Aktie notiert deutlich über allen wichtigen Durchschnittslinien. Der Abstand zum 200-Tage-Schnitt von 97,38 Euro beträgt 19,33 Prozent.
Der RSI liegt bei 75,2 Punkten. Das ist technisch überkauft. Die hohe Nachfrage ist ungebrochen. Kurzfristige Rücksetzer sind nicht ausgeschlossen.
Fitch untermauert die positive Stimmung mit guten Bewertungen. Die Ratingagentur bestätigte das Langfrist-Rating der polnischen Tochter Erste Bank Polska mit „A“ und stabilem Ausblick. Die ungarische Tochter liegt bei „BBB+“ – begrenzt durch den Länderausblick.
Ausblick auf den Sommer
Im Juni läuft ein Programm zum Rückkauf eigener Aktien für die Mitarbeiterbeteiligung. Der nächste wichtige Termin ist der Halbjahresbericht im Juli.
Barclays rechnet für 2026 mit einem Gewinn je Aktie von 10,54 Euro. Die Dividende soll bei 4,30 Euro liegen. Sollten die Prognosen halten, wäre das ein klares Signal für die Ausschüttungspolitik nach der Polen-Expansion.
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