485 Filialen bekommen ein neues Schild, 1.400 Geldautomaten ein neues Logo — und am 30. April folgen die ersten Quartalszahlen, die zeigen, was die Santander-Übernahme wirklich kostet. Für die Erste Group ist diese Woche der öffentlich sichtbare Höhepunkt einer milliardenschweren Transaktion.
Filialen, App, Domain: alles wird umgestellt
Vom 24. bis 26. April wechselt die Santander Bank Polska ihren kompletten Markenauftritt. Die Internetadresse wird zu erste.pl, die Mobile-Banking-App trägt künftig den Namen „Erste“. Alle Gesellschaften der Gruppe, die „Santander“ im Namen tragen, werden umbenannt.
Das Rebranding hat seinen Preis. Allein für 2026 fallen rund 250 Millionen Zloty an direkten Umstellungskosten an. Auf Konzernebene kommen brutto 180 Millionen Euro Integrationskosten, jährliche Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte von 70 Millionen Euro sowie einmalige Rebranding-Aufwendungen von rund 30 Millionen Euro hinzu.
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Kapitalquote unter Druck
Die Übernahme drückt auf die Kernkapitalquote. Das Management rechnet mit einem CET1-Rückgang von rund 460 Basispunkten — ausgehend von einer Ausgangsbasis von 19,3 Prozent. Zusätzlich belastet eine einmalige Kreditrisikovorsorge von 300 Millionen Euro brutto die Bilanz.
Die Zielquote liegt bei 14,25 Prozent. Das Management erwartet eine schrittweise Erholung im Jahresverlauf 2026, die mittelfristig wieder Spielraum für Kapitalrückführungen schaffen soll.
Parallel fusionieren die Brokerage-Einheiten beider Häuser. Das neue Institut soll Marktführer im polnischen Wertpapiergeschäft werden — die Integration geht damit deutlich über das Filialgeschäft hinaus.
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Q1 als erster Belastungstest
Am 30. April legt die Erste Group ihre Quartalszahlen vor. Es ist der erste Bericht mit vollständig konsolidierter polnischer Tochter — und der Markt wird genau prüfen, ob die angestrebte Gewinnsteigerung je Aktie von über 20 Prozent für 2026 noch erreichbar ist.
Das Management hält an seinen Jahreszielen fest: organisches Kreditwachstum von über 5 Prozent, ein bereinigter Nettogewinn von über 4 Milliarden Euro und eine Eigenkapitalrendite von rund 19 Prozent. Das Kreditvolumen soll inklusive Polen die Marke von 285 Milliarden Euro überschreiten. Die operative Basis dafür ist solide: 2025 erzielte die Gruppe einen Nettogewinn von 3,5 Milliarden Euro, das Kreditvolumen wuchs um 6,4 Prozent auf 232 Milliarden Euro.
Die Aktie notiert aktuell bei 100,50 Euro — rund 9,5 Prozent unter dem Jahreshoch von 111 Euro. Auf Sicht von zwölf Monaten steht dennoch ein Plus von über 63 Prozent zu Buche. Die Q1-Zahlen am 30. April werden zeigen, wie viel von den Integrationslasten bereits eingepreist ist — und ob das Gewinnziel für 2026 Bestand hat.
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