Die polnische Wettbewerbs- und Verbraucherschutzbehörde UOKiK hat gegen die Erste Bank Polska eine Geldbuße von 80,68 Millionen PLN verhängt. Grund für die behördliche Maßnahme sind unzulässige Vertragsklauseln des Instituts.
Die Behörde sprach die Sanktion nicht isoliert aus, sondern belegte zeitgleich drei weitere Banken mit Geldbußen. An der Börse zeigte sich das Papier der Muttergesellschaft davon wenig beeindruckt: Die Aktie ging gestern mit einem leichten Plus von 0,9 Prozent bei 110,10 Euro aus dem Handel.
Fokus auf den polnischen Markt
Der regulatorische Dämpfer fällt in eine Phase, in der die Präsenz in Polen das Institut intensiv beschäftigt. So setzte das Analysehaus Fio banka am 6. Oktober seine Empfehlung sowie das Kursziel für die Erste-Group-Aktie vorübergehend aus. Die Analysten begründeten diesen Schritt neben dem abgelaufenen Anlagehorizont ausdrücklich mit der geplanten Aufstockung der Beteiligung an der Erste Bank Polska.
Spekulationen über eine Ausweitung der Handelsaktivitäten an der dortigen Börse trat das Geldhaus jedoch entgegen. Medienberichten zufolge stellte eine Sprecherin der Erste Group klar, dass derzeit keine zusätzliche Notierung der eigenen Aktien an der Warschauer Börse geplant sei. Strategisch bleibt das Institut dennoch aktiv im Ausbau seiner Marktposition in der Region.
Zukäufe und Finanzierungsprojekte
Abseits des regulatorischen Verfahrens in Polen treibt das Institut Initiativen im Firmenkunden- und Vermögensverwaltungsgeschäft voran. Am 1. Oktober schloss Erste Asset Management die Übernahme der REICO-Investmentmanagement-Aktivitäten ab. Mit diesem Vollzug ging die Verwaltung der entsprechenden REICO-Fonds vollständig auf den österreichischen Vermögensverwalter über.
Zudem begleitete die Bank jüngst größere Transaktionen von Beteiligungsgesellschaften. Am 8. Oktober stellte das Institut dem Finanzinvestor EMERAM eine Akquisitionsfinanzierung bereit. Die Mittel dienten dem Erwerb einer signifikanten Stimmrechtsbeteiligung am Unternehmen hello again, die im Rahmen eines Teilexits bestehender Gesellschafter erfolgte.
Kapitalmarktimpulse in Wien
Am heutigen Dienstag rückt der Heimatmarkt in den Mittelpunkt. Gemeinsam mit der Wiener Börse richtet die Erste Group in Wien eine Small- und Mid-Cap-Konferenz aus. Zu dem Termin werden 19 Investoren erwartet, denen sich acht österreichische Unternehmen präsentieren. Mit einem Kursabstand von 14 Prozent zu ihrem 52-Wochen-Hoch bewegt sich die Aktie der Bank trotz der polnischen Kartellstrafe im Mittelfeld ihrer jüngsten Bewertungsspanne.
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